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Tauwetter statt Wintermärchen

Die ersten Feriengäste kommen, und der Schnee macht sich rar. Das Osterzgebirge hat aber zum Glück noch viel mehr zu bieten.

© Egbert Kamprath

Von Regine Schlesinger

Osterzgebirge. Auf die Berliner war eigentlich immer Verlass, sagt Lars Wagner von der Wetterstation in Zinnwald. Wenn in Berlin die Winterferien losgingen und die Hauptstädter mit Kind und Kegel ins Erzgebirge stürmten, dann lag hier in aller Regel auch Schnee. Die Winterferien beginnen am Freitag, doch der Schnee macht sich rar. Offenbar haben selbst die Berliner keinen heißen Draht mehr nach ganz oben.

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Es war einfach zu kurz, unser schönes Wintermärchen. Der Winter hat eine Pause eingelegt, bedauert auch Lars Wagner. Und es ist noch ungewiss, wie lange sie dauern wird. Sieben Plusgrade registrierte die Wetterstation am Dienstag, dazu sogar ab und zu etwas Sonnenschein. Das riecht eher nach einem zeitigen Frühjahr als nach Winter. Immerhin zeigt sich der Erzgebirgskamm am Dienstag noch mit einer geschlossenen Schneedecke, wenngleich der Schnee nur noch 25 Zentimeter hoch liegt. Zuvor war es knapp ein halber Meter. Am Abfahrtshang in Altenberg lief der Lift, und auch zum Langlauf reicht es noch, vor allem dort, wo Loipen gespurt sind und der Schnee sich dadurch verfestigt hat, sagt Lars Wagner. „Aber die Frage ist, wie sich das in den nächsten Tagen entwickelt.“

Keine Kaltfront in Sicht

Denn die Temperaturen bleiben vorerst im Plusbereich zwischen fünf und zehn Grad, mit Regen ist zu rechnen, und stürmischer werden soll es auch. „Nur von einer Kaltfront ist nichts zu sehen“, bedauert der Wetterbeobachter. Frühestens Mitte der nächsten Woche sei wieder mit leichten Frostgraden zu rechnen. Erneuter Schneefall ist bislang aber nur für höchste Lagen so um die 1 000 Meter angekündigt. Im vergangenen Jahr sah es für die Winterferienurlauber besser aus. Zwar hatte da der Winter auch Mitte Januar eine Pause eingelegt, meldete sich aber Ende des Monats wieder mit bis zu einem halben Meter Schnee zurück. Der blieb dann auch den ganzen Februar über liegen. Im März und sogar zu Ostern kam noch ein ganzer Schwung dazu.

Das lässt für die nächsten Wochen hoffen, aber wenn die sächsischen Schüler am 8. Februar in die Winterferien starten, wird es wohl noch nicht wieder heißen können: Ski und Rodel gut. Doch es gibt ja auch noch die Wintersportart Eislaufen. Das ist im Geisinger Gründelstadion möglich, auch wenn es draußen taut. Hotels, Pensionen und weitere Vermieter von Ferienunterkünften im Osterzgebirge stehen nicht zum ersten Mal im Winter vor der Frage, welche Freizeit-Alternativen sie ihren Gästen anbieten, wenn es mit der weißen Pracht hapert. Sie sind schon darauf eingestellt.

Der Hermsdorfer Bürgermeister Andreas Liebscher zum Beispiel, Vermieter zweier Ferienwohnungen, empfiehlt seinen Gästen einen Besuch des Bauernmuseums im Ort, des Altenberger Bergbaumuseums oder eine Führung durch die Herklotzmühle in Seyde. Wanderungen und Hallenbadbesuch, aber auch Abstecher zu den Sehenswürdigkeiten in Frauenstein, Freiberg und Seiffen sorgen für weitere Abwechslung. Sehr gut komme bei den Ferienkindern auch immer ein Besuch des Olbernhauer Spielzeuglandes Stockhausen an, sagt der Hermsdorfer.

Es sollte also auch ohne Schnee in den Winterferien keine Langeweile aufkommen. Und irgendwann wird sich der Winter auch wieder zurückmelden und dann für ein neues Wintermärchen sorgen.