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Taxiunternehmen suchen Mitarbeiter

In Großstädten gibt es immer weniger Fahrzeuge. Einige Nieskyer Unternehmen haben aufgerüstet. Das hat Folgen.

© André Schulze

Von Jens Trenkler

In Dresden, Bautzen, Görlitz oder Cottbus leidet die Taxibranche nach der Einführung des Mindestlohnes. Einige Unternehmen haben 2015 sowohl das Personal als auch den Fuhrpark stark reduziert, um überleben zu können. Zu Stoßzeiten wie an Feiertagen kommt es dann zu Engpässen und Fahrgäste müssen länger als gewohnt auf das Fahrzeug warten. Ganz anders sieht es dagegen im ländlichen Raum wie auch in Niesky aus.

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Hier scheint der Mindestlohn für die Fahrer fast keine Rolle zu spielen. So auch im Nieskyer Taxiunternehmen Torsten Kloß. Hier wurden weder Mitarbeiter noch Technik reduziert. Ganz im Gegenteil. Um die unterschiedlichsten Dienstleistungen wie Ausflugsfahrten, Kur- und Rehafahrten und das tägliche Taxigeschäft bedienen zu können, wurden in dem Nieskyer Unternehmen weitere Mitarbeiter angestellt – und laut Aushang auch noch gesucht. Wie das Unternehmen erklärt, hat man hier bereits vor der Einführung des Mindestlohnes die Mitarbeiter überdurchschnittlich bezahlt und die Umstellung sei so kein Problem gewesen. Ein weiteres ortsansässiges Unternehmen wollte zu diesem auch bei den Fahrgästen hoch diskutierten Thema am Telefon keine Aussage treffen.

Bei vielen sächsischen Taxiunternehmen wurden die Angestellten vor der Einführung des Mindestlohnes nach eingefahrenem Umsatz bezahlt. Der Anreiz für Fahrer war somit groß, möglichst viele Touren zu fahren. Doch seit die Chefs ihnen 8,50 Euro Stundenlohn zahlen müssen, erhalten die Fahrer auch für die Standzeiten Lohn. Und die sind enorm, machen mehr als die Hälfte einer Schicht aus. Die Folge: Fahrer wurden entlassen, Taxis abgemeldet. Viele Unternehmer sitzen nun selbst am Steuer. 2014 rollten noch 300 Taxen durch die Landeshauptstadt Dresden, jetzt sind es etwa noch 250. Auch die im Jahr 2015 eingeführten neuen Beförderungsentgelte haben oft nicht die erhoffte Wirkung gezeigt. Im Kreis Görlitz schlagen derzeit die ersten beiden Kilometer zwischen 3 Euro und 3,10 Euro zu Buche. Der 3. bis 10. Kilometer wird mit 1,70 bis 1,80 Euro berechnet. Der Grundpreis schwankt zwischen 2,90 Euro und 3,90 Euro.