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Apple startet mit einer neuen Brille in die erweiterte Realität

Am Freitag kommt die Vision Pro in die Läden. Die Hightech-Brille eröffnet eine virtuelle Welt für Arbeit und Unterhaltung in ganz neuer Qualität. Doch das kostet.

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Die wichtigste Geste bei der Nutzung der Vision Pro: Daumen und Zeigefinger zusammenbringen. Das hat den Effekt eines Mausklicks.
Die wichtigste Geste bei der Nutzung der Vision Pro: Daumen und Zeigefinger zusammenbringen. Das hat den Effekt eines Mausklicks. © Zacharie Scheurer/dpa

Apple nennt seinen Einstieg in die erweiterte Realität „räumliches Computing“. Die Hightech-Brille namens Vision Pro soll digitale Inhalte in reale Umgebungen bringen und eine neue Computerplattform etablieren. Von außen sieht sie aus wie eine Skibrille. Die Frontseite füllt ein Display aus. Es kann auch die Augenpartie der Person einblenden. Die Batterie ist in eine Luxus-Version eines externen Akkus ausgelagert. Das spart Gewicht am Kopf.

Die Vision Pro ist darauf ausgelegt, digitale Objekte in die reale Umgebung einzublenden. Also: Erweiterte Realität (AR). Einmal aufgesetzt und eingeschaltet, sieht man den Raum, in dem man sich befindet. Die App-Symbole schweben mitten im Raum. Dafür hat die Brille mehrere Kameras, die die Umgebung einfangen, Bewegungen erkennen und die Position von Armen, Händen und Fingern erfassen. Das Bild wird dann auf die Bildschirme vor den Augen übertragen. Jedes Display hat mehr Pixel als ein 4K-Fernseher. Dadurch ist das Bild völlig klar, ohne die „Fliegengitter“-Optik, die man von anderen Headsets kennt.

Mit der Brille auf den Mond

Zugleich kann man sich auch ganz woanders hin versetzen lassen, etwa an einen See oder auf den Mond. An jedem Ohr ist ein Lautsprecher, der 3D-Audio wiedergeben kann. Für die Bedienung muss man vor allem eine Geste lernen. Den Daumen und den Zeigefinger zusammenzudrücken hat den Effekt eines Mausklicks. Die Rolle des Cursors übernimmt dabei der Blick.

So sieht es durch die Brille aus, wenn die Apps im Raum schweben. Man sucht sie mit dem Blick aus und startet sie mit Daumen und Zeigefinger.
So sieht es durch die Brille aus, wenn die Apps im Raum schweben. Man sucht sie mit dem Blick aus und startet sie mit Daumen und Zeigefinger. © Screenshot: dpa

Erscheint eine virtuelle Tastatur, kann man auf ihr auch direkt mit den eigenen Fingern auf die Buchstabentasten drücken. Eine Superkraft der Brille ist, riesige Displays im Raum schweben zu lassen. So kann man sich Videos im Riesenformat mit Kino-Erlebnis ansehen. Während YouTube und Netflix bisher nur über den Webbrowser verfügbar sind, hat der Streaming-Dienst Disney+ eine App für die Vision Pro, über die man auch 3D-Filme schauen kann.

In der Apple-TV-App gibt es eine Kostprobe „immersiver“ Videos, die noch realistischer wirken als die 3D-Effekte aus dem Kino. Vor allem Sport erlebt man aus der Mitte des Geschehens wie nie zuvor.

Individuelle Linsen für Brillenträger

Auch beim Arbeiten zahlt sich die Fähigkeit der Brille aus, den Raum mit Displays auszufüllen. Die Fenster für E-Mail, Nachrichten und andere Apps lassen sich nebeneinander anordnen und größer oder kleiner ziehen. Apples Bluetooth-Tastatur und Trackpad lassen sich direkt mit der Vision Pro verknüpfen und zum Schreiben und Steuern verwenden. Da das Headset die Umgebung wiedergibt, können die Geräte dabei auf dem Schreibtisch liegen und man sieht sie dank der in der Brille eingebauten Kameras.

Mithilfe der „Persona“-Hologramme kann man sich mit anderen Trägern der Vision Pro im virtuellen Raum unterhalten. Es ist eine Art 3D-Facetime.
Mithilfe der „Persona“-Hologramme kann man sich mit anderen Trägern der Vision Pro im virtuellen Raum unterhalten. Es ist eine Art 3D-Facetime. © Screenshot: dpa

Auch kann man einen Mac-Computer mit der Vision Pro verbinden, die dann die Rolle des Displays übernimmt – mit viel mehr Bildschirmplatz und hoher Auflösung. Für Videotelefonie gibt es auch eine 3D-Funktion. Bei Spielen verlässt sich die Brille stark auf Apples hauseigene Abo-Plattform Arcade. Zum Deutschland-Start gibt es unter anderem „Warped Kart Racers“, bei dem man animierte Rennwagen mit den Bewegungen eines imaginären Lenkrads steuert, sowie „Super Fruit Ninja“, wo es darum geht, virtuelle Früchte mit dem Handrücken zu zerschlagen.

Für 3.999 Euro bekommt man die Version mit 256 Gigabyte Speicher. Bei 512 GB sind es 4.249 Euro, das Top-Modell mit einem Terabyte kostet 4.499 Euro. Für Brillenträger gibt es individuell angepasste Zeiss-Linsen für bis zu 169 Euro.

Fazit: Dank der hohen Display-Auflösung und der Verzahnung mit anderen Geräten des Konzerns kann sie deutlich mehr als bisherige VR-Brillen, ist aber auch sehr teuer. (dpa)