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Kollege Roboter spielt Schach

Die Modellfabrik der HTW Dresden zeigt die Zukunft. Das sehen einige kritisch. Ein kühler Stratege hilft.

Von Jana Mundus
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In der neunten Etage der HTW Dresden steht seit drei Jahren eine moderne Fabrik im Mini-Format. Dort zeigen Dirk Reichelt (r.) und sein Team, wie die digitalisierte Industrie der Zukunft funktioniert.
In der neunten Etage der HTW Dresden steht seit drei Jahren eine moderne Fabrik im Mini-Format. Dort zeigen Dirk Reichelt (r.) und sein Team, wie die digitalisierte Industrie der Zukunft funktioniert. © HTW Dresden/Peter Sebb

Souverän bleiben, den Gegner nervös machen. Nur keine Angst zeigen. Wer Schach spielt, dem hilft solch ein Verhalten weiter. Außer er spielt gegen Yumi. Dem sind solche menschlichen Winkelzüge vollkommen schnuppe. Er berechnet kühl, ohne Emotionen, und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Mit stoischer Gelassenheit greift er nach der schwarzen Spielfigur auf dem Brett. Kurzes Innehalten, dann setzt er sie auf ein freies Feld. Schachmatt. Der Mann, der ihm gegenübersitzt, ärgert sich über die Niederlage. Yumi reißt die Arme in die Höhe – aber er freut sich nicht wirklich. Es sind lediglich einstudierte Gefühle, programmierte Reaktionen. Denn Yumi ist ein Roboter. „Er gewinnt aber längst nicht jede Partie“, erklärt Dirk Reichelt, Professor für Informationsmanagement an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden. Ein Schach-Superhirn soll Yumi allerdings auch gar nicht sein. Seine Mission ist eine andere. Er soll Menschen die Angst vor dem nehmen, was kommt – vor KI, Künstlicher Intelligenz.

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