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So lässt sich die Lebenszeit von Akkus verlängern

Über wiederaufladbare Batterien kursieren viele Mythen. Sie sind robuster als oft vermutet. Doch vor allem beim Laden gibt es manches zu beachten.

Akkus werden immer leistungsfähiger. Trotzdem ist man früher mit deutlich schwächeren Batterien deutlich weiter gekommen, weil die Handys noch nicht so stromhungrig waren wie heute.
Akkus werden immer leistungsfähiger. Trotzdem ist man früher mit deutlich schwächeren Batterien deutlich weiter gekommen, weil die Handys noch nicht so stromhungrig waren wie heute. © Andrea Warnecke/dpa

Von Claudius Lüder

Ob Smartphone, Notebook, elektrische Zahnbürste oder Mähroboter: In vielen Geräten stecken Akkus, die ständig be- und entladen werden.

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Schon beim Aufladen kann man die Lebensdauer der Stromspeicher verlängern. „Moderne Lithium-Ionen-Akkus, die mittlerweile in allen Smartphones und Laptops stecken, haben die längste Lebensdauer, wenn sie sich von der Ladung her immer zwischen 30 und 80 Prozent bewegen“, erklärt Blasius Kawalkowski vom Technik-Magazin Inside-digital.de. „Dieses flache Zyklisieren in einem begrenzten Ladefenster wirkt sich positiv auf die Lebensdauer von Lithium-Ionen-Batterien aus, da die Materialien weniger beansprucht werden“, erklärt Tobias Placke vom MEET Batterieforschungszentrum der Uni Münster.

„Nahezu alle Akkus verfügen heute über eine Ladeelektronik. Die sorgt dafür, dass bei einer Tiefenentladung das Gerät abgeschaltet wird, um den Energieträger beispielsweise vor einem Kurzschluss zu schützen“, erklärt Kawalkowski. „Denn wenn die Spannung unter die Entladeschlussspannung sinkt, wird der Akku dauerhaft beschädigt.“

Extreme Temperaturen meiden

Der Abschalt-Schutzmechanismus sollte keinesfalls dadurch ausgehebelt werden, dass das Smartphone zu früh wieder angeschaltet wird. Heißt: Ist der Akku doch einmal so tief entladen worden, dass das Handy sich automatisch ausgeschaltet hat, sollte es nicht gleich wieder eingeschaltet werden, sobald das Netzteil angeschlossen ist. Besser wartet man damit, bis wieder etwas Strom in den Akku geflossen ist.

Der Lebensdauer eines Akkus kommt auch zugute, wenn er weder extremer Kälte noch Hitze ausgesetzt wird. „Bei Kälte kann es dazu kommen, dass der Ionentransport in der Zelle verlangsamt wird, was den Widerstand in der Batterie erhöht und die Nutzung einschränkt“, erklärt Forscher Placke. Starke Hitze wiederum könne sich negativ auf die Lebensdauer von Lithium-Ionen-Batterien auswirken, da dann die Materialien im Akku, insbesondere der Elektrolyt, stärker abbauen. „Ganz allgemein gesagt verlaufen Alterungsreaktionen rascher bei erhöhten Temperaturen“, fasst Placke zusammen. Ein Smartphone sollte daher im Winter ebenso vor extremer Kälte geschützt werden wie im Sommer vor Hitze.

Beim drahtlosen Laden erwärmen sich Smartphones zwar spürbar, das aber muss nicht zwangsläufig dem Akku schaden. „Wenn das Handy exakt auf der Idealposition des drahtlosen Laders liegt, sodass sich Spule im Handy und Spule in der Ladeschale direkt gegenüberliegen, bleibt die Temperatur meist im Rahmen“, erklärt Christian Just von der Computer Bild.

Zwischendurch Laden kein Nachteil

Die Lebensdauer eines Akkus wird in Ladezyklen gemessen und liegt je nach Qualität des Akkus bei zwischen 500 und 2.000 Ladezyklen. Hierbei zählen Just zufolge aber immer nur komplette Ladevorgänge beziehungsweise eine Entladung von 20 bis 95 Prozent. „Es ist also kein Nachteil, wenn das Smartphone zwischendurch angesteckt und nur für 20 Prozent geladen wird“, erklärt der Experte.

Batterien aus dem Hausgebrauch durch Akkus zu ersetzen, ist grundsätzlich eine gute Idee, allerdings sollte der Einsatzbereich beachtet werden. „Nickel-Metallhydrid-Akkus, beispielsweise in der Größe AA oder AAA, sind sehr empfindlich. Eine falsche Polung, Tiefentladung oder Überladung kann sehr schnell zu einem Komplettdefekt führen“, warnt Kawalkowski.

Außerdem sind Nickel-Metallhydrid-Akkus nur in einem eingeschränkten Temperaturbereich voll einsetzbar. Für Kinderspielzeug zum Beispiel seien sie aufgrund der konstanten Zimmertemperatur gut geeignet, meint Kawalkowski. Wer aber draußen in der Kälte Kameras oder Blitzgeräte mit Strom versorgen muss, sollte besser auf handelsübliche Alkaline-Batterien zurückgreifen.

Wer Primärbatterien durch Sekundärbatterien, sprich Akkus, ersetzt, dem steht meist etwas weniger Leistung zur Verfügung, was praktische Gründe hat: „Die Wiederaufladbarkeit muss chemisch und geometrisch in der Zelle über zusätzliche, Platz verbrauchende Maßnahmen eingebaut werden“, sagt Batterieforscher Placke. „Deshalb ist bei gleich großen Batterien der Energieinhalt und damit die Entladedauer der Einwegvariante immer höher.“

Immer leistungsfähiger

Unterm Strich aber werden Akkus immer leistungsfähiger. Das im Jahr 2000 erschienene Nokia 3310 etwa hatte einen dicken und großen Akku, der eine Kapazität von 900 Milliamperestunden (mAh) aufwies. „Das aktuelle Samsung Galaxy S20 Ultra hat einen flachen Akku mit 5.000 mAh“, vergleicht Kawalkowski.

Dass die potenten Smartphone-Akkus von heute trotzdem schneller wieder aufgeladen werden müssen, liegt an ihrer Ausstattung. „Das Display ist der größte Stromverbraucher“, sagt Kawalkowski. „Je größer es ist und je höher es auflöst, umso kürzer die Akkulaufzeit.“ Daneben würden viele Apps den Stromverbrauch nach oben treiben, wenn sie über mehrere Stunden täglich genutzt werden.

Wer ein gebrauchtes Smartphone kauft, wird meist wissen wollen, wie leistungsfähig dessen Akku noch ist. „Nach etwa zwei Jahren sinkt die Akkuleistung beträchtlich, bei mehrmaligem Laden täglich sogar schon viel früher“, sagt Just. Jedoch lasse sich etwa bei Apple ab dem iPhone 6 die maximale Akku-Kapazität im Menü einsehen. „Gute Akkus haben Werte über 95 Prozent. Schon bei rund 92 Prozent kommen Intensivnutzer oft nicht mehr über den Tag, ohne nachzuladen“, weiß Just. Die Prozentangaben würden von Apple errechnetn. Für Android-Smartphones gibt es Apps, die den Zustand des Stromspeichers analysieren.

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Wer mit Wechselakkus arbeitet, sollte diese am besten bei Temperaturen zwischen null und fünf Grad aufbewahren. Unter diesen Bedingungen verlieren die Stromspeicher am wenigsten Leistung, erklärt Blasius Kawalkowski. Der mitunter empfohlene Kühlschrank als Aufbewahrungsort berge jedoch die Gefahr, dass Feuchtigkeit dort Oxidation verursacht und Akkus schädigen kann, warnt Kawalkowski. „Der bessere Ort, um Akkus längere Zeit einzulagern, ist daher ein kühler und zugleich trockener Keller.“ (dpa)

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