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Wie Mensch und Maschine sich verstehen

Ein neues Forscherteam an der TU Dresden will 6G voranbringen. Dabei klärt es auch Folgen für die Gesellschaft.

Mit den Technologien der Zukunft beschäftigt sich ein neuer Forschungsverbund in Dresden und München. Und mit der Frage, wie der Mensch sie künftig nutzen wird.
Mit den Technologien der Zukunft beschäftigt sich ein neuer Forschungsverbund in Dresden und München. Und mit der Frage, wie der Mensch sie künftig nutzen wird. © 123rf

Die Menschheit steckt schon mittendrin in der digitalen Transformation. Noch bevor der Mobilfunkstandard 5G aber überhaupt flächendeckend etabliert ist, wird an der TU Dresden schon an seinem Nachfolger geforscht. Gemeinsam mit der TU München startete sie nun ein neues großes Forschungszentrum für den Mobilfunkstandard 6G. Dabei geht es den Wissenschaftlern nicht nur um die Technik. Auch die grundsätzlichen politischen und gesellschaftlichen Fragen stehen im Mittelpunkt, die der digitale Wandel mit sich bringt. Der Forschungshub „6G-life“ will sich damit nun umfassend beschäftigen.

Rund 40 Professuren an der TU Dresden und der TU München sind daran beteiligt. Insgesamt 140 Mitarbeiter sollen an beiden Standorten eingestellt werden. Die Koordination des neuen Großprojekts liegt bei Frank Fitzek, Inhaber der Deutsche Telekom Professur für Kommunikationsnetze an der TU Dresden. „Der Mensch wird immer die Quelle der Innovation sein und den Maschinen beibringen, schwierige oder sich wiederholende Aufgaben zu erledigen“, sagte Fitzek jetzt im Rahmen der Eröffnung des Forschungshubs.

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Techniker und Psychologen arbeiten zusammen

6G sei die Grundlage für diese Weiterentwicklungen. „Wir wollen Menschen konkrete Wege aufzeigen, wie wir unser Zusammenleben verbessern können.“
Für die Gesellschaft bietet der Wandel durch die digitale Transformation neue Möglichkeiten, wirft aber auch Fragen auf: Wie werden unsere Kinder in Zukunft lernen? Wie gestalten wir unsere Arbeit? Wie werden wir im hohen Alter medizinisch versorgt und in Würde betreut? Neben Wissenschaftlern aus Elektrotechnik, Informationstechnik, Informatik und Maschinenbau beteiligen sich an 6G-life deshalb auch Psychologen und Mediziner.

Das Projekt wird vom Bundesforschungsministerium in den kommenden vier Jahren mit insgesamt 70 Millionen Euro gefördert. Es soll die Erforschung und Entwicklung des Mobilfunks, der Quantenkommunikation und von Methoden der Künstlichen Intelligenz voranbringen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) verschaffte sich anlässlich des Projektstarts gemeinsam mit einer Forschungsdelegation aus Singapur ein erstes Bild über die aktuellen Entwicklungen. Auch Ursula M. Staudinger, Rektorin der TU Dresden, sieht in dem neuen 6G-Forschungshub ein bedeutendes Stück Technikforschung an der Uni. „Die TUD ist einer von nur vier Standorten in Deutschland. Dies zeigt einmal mehr, wie exzellent sie im Bereich Digitalisierung aufgestellt ist, nicht nur was Hardware- und Software-Entwicklung, sondern eben auch Kommunikationstechnologien angeht.“

Neue Unternehmen fördern

Bei 6G steht der Mensch mit seiner Kommunikation und Interaktion mit Maschinen und virtuellen Welten im Mittelpunkt. Sicherheit und Widerstandsfähigkeit der Systeme sowie die Verkürzung der Verzögerung bei Datenübertragungen sind Forschungsinhalte von 6G-life. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Förderung und dem Aufbau von Start-ups. Zehn Millionen Euro sind für ihre Unterstützung vorgesehen. Mindestens zehn Unternehmen sollen damit in den nächsten vier Jahren neu gegründet werden, zahlreiche bestehende Start-ups in dem Bereich gefördert werden.

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In Deutschland und Europa wächst die Sorge, im Bereich der digitalen Technologien zu stark von ausländischen Unternehmen abhängig zu sein. Aus politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Sicht sei es daher notwendig, den schnelllebigen digitalen Wandel nicht nur mitzugehen, sondern aktiv zu gestalten. 6G-life, so die Verantwortlichen weiter, wolle mit der Entwicklung von Schlüsseltechnologien und zahlreichen Industriekooperationen die digitale Souveränität Deutschlands nachhaltig stärken.

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