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Technikprobleme am Basteiparkplatz

Mit dem neuen System erhofften sich Hohnstein und Lohmen weniger Ärger bei den Touristen. Doch jetzt haben sie selbst Stress.

© Dirk Zschiedrich

Von Heike Wendt

Als ob der Zeitverzug nicht schon ärgerlich genug war. Jetzt streikt die Technik. Ursprünglich sollte das neue Parkleitsystem an der Bastei Ostern in Betrieb gehen. Doch es musste umdisponiert werden. Weil die Fertigstellung nicht zu schaffen war, wurden Bauarbeiten auf die Woche nach dem 1. Mai verschoben. „Wir wollten sicherstellen, dass wir zu den Feiertagen keine Baustelle haben“, sagt André Häntzschel von der Stadtverwaltung Hohnstein.

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Jetzt gibt es Ärger mit der Datenübertragung. Zwar funktionieren beide Parkplätze. Doch die Kommunikation untereinander klappt nicht. Sowohl am basteinahen Parkplatz, der von der Gemeinde Lohmen betrieben wird, als auch auf dem am Abzweig zur Bastei, der auf Hohnsteiner Flur steht, sind in diesem Frühjahr neue, moderne Schrankensysteme eingebaut worden. Darüber hinaus gibt es am Abzweig zur Bastei eine Anzeige, wie viele freie Plätze jeweils zur Verfügung stehen. Bisher hatten Touristen die alte Anzeigetafel oft übersehen und mussten vom basteinahen Parkplatz vier Kilometer zurückfahren. Das sorgte regelmäßig für Stress.

Die neue Anzeige hat einen anderen, besser einsehbaren Standort bekommen. Damit auch die aktuelle Belegung angezeigt werden kann, muss die Datenübertragung funktionieren. Genau das tut sie momentan aber nicht. „Die Ursache liegt in den unterschiedlichen Internetleitungen“, erklärt André Häntzschel. Für den Hohnsteiner Parkplatz wird eine DSL-Leitung genutzt, für den Lohmener das LTE-Netz. „Dort gibt es Schwankungen in der Bandbreite, die ist nicht immer ausreichend für die Übertragung“, sagt er. Die Folge: Die aktuelle Belegung des Lohmener Parkplatzes kommt nicht per Datenleitung an der Anzeigetafel an.

Die Technikfirma arbeitet fieberhaft an der Lösung des Problems. Im Gespräch sind fünf Varianten, unter anderem Sky-DSL oder die Installation einer Antenne. Was wirklich funktioniert, muss allerdings getestet werden. Zusätzlich ist ein Ingenieurbüro aus Pirna eingeschaltet. Es soll Unterstützung geben, möglichst schnell die geeignete technische Lösung zu finden.

Die Anzeigetafel am Basteiabzweig muss bis dahin manuell bedient werden. Das macht ein Mitarbeiter von Hohnstein. Er bekommt die aktuelle Belegung des Lohmener Parkplatzes mitgeteilt und gibt sie an die digitale Anzeigetafel weiter.

Die neue Schrankenanlage ist ein Gemeinschaftsprojekt von Hohnstein und Lohmen. Seit zwei Jahren wird daran gearbeitet. Es kostet knapp 110.000 Euro.

Eines lässt sich damit allerdings nicht lösen: Die Gebühren für die Parkplätze sind unterschiedlich, für den Pendelbus vom Abzweig Bastei bis zum Ausflugsziel ist zusätzlich zu zahlen. Nach wie vor verlangt Lohmen auf seinem Parkplatz 5,50 Euro pro Pkw, die Busfahrt ist nicht nötig. Hohnstein kassiert drei Euro für das Tagesticket. Im Pendelbus sind 1,50 Euro pro Person für Hin- und Rückfahrt extra zu bezahlen. Das Familienticket kostet vier Euro.

Als Hindernis sehen die beiden Kommunen einen noch nicht geklärten Rechtsstreit. Solange es kein Gerichtsurteil zur Linienkonzession für den Pendelverkehr gibt, will Lohmens Bürgermeister Jörg Mildner (CDU) nicht über ein Kombiticket reden. In der Auseinandersetzung geht es darum, wer den Pendelverkehr anbieten darf. Der Streit währt seit Jahren. Bis die Oberelbische Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz die Konzession erhalten hat, betrieb Unternehmer Ulf Trepte die Linie, er klagt gegen die Vergabe.