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Teenager-Bande überführt

Diebstähle, Einbrüche und Feuer gelegt: In Riesa, Zeithain und Nünchritz treibt seit Monaten eine Gruppe Jugendlicher ihr Unwesen. Der Jüngste ist gerade 14.

© Archiv/Feuerwehr Glaubitz

Von Antje Steglich

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Riesa. Diese Jugendlichen sind höchst kriminell, dreist und haben laut Riesas Revierleiter Hermann Braunger überhaupt kein Unrechtsbewusstsein. Seit November vergangenen Jahres treiben die Teenager verstärkt ihr Unwesen in Riesa, Zeithain und Nünchritz – sie gelten mittlerweile als jugendliche Intensivtäter.

„Wir haben fünf Jugendliche im Visier, die in unterschiedlicher Zusammensetzung Straftaten begangen haben“, sagt der Revierleiter der Sächsischen Zeitung. Konkret geht es um vier deutsche und einen rumänischen Jugendlichen, die alle im Raum Zeithain und Nünchritz wohnen. Der Älteste von ihnen ist 17 Jahre alt, er konnte bereits zweimal von der Polizei quasi auf frischer Tat geschnappt werden. Der Jüngste ist gerade einmal 14 Jahre alt. Sie sollen in diversen Supermärkten gestohlen, in Büros, Supermärkte, Garagen und Gartenlauben eingebrochen sein und sogar nicht nur in einem Fall Feuer gelegt haben.

Die Polizei geht von einer Anzahl der Straftaten im oberen zweistelligen Bereich aus. Wobei die Ermittlungen noch längst nicht abgeschlossen sind. Derzeit konzentriert man sich jedoch auf eine gewisse Anzahl von Delikten der vergangenen Monate, um die Fälle recht zügig und möglichst beweissicher an die Staatsanwaltschaft übergeben zu können, erklärt Hermann Braunger. Denn sein Bauchgefühl sagt, dass die Jungen ohne einen rechtlichen Dämpfer nicht zu stoppen sein werden.

Polizei stellt Diebesgut sicher

Aufgrund von Durchsuchungen, bei denen zum Beispiel Diebesgut gefunden wurde, Zeugenaussagen, Auswertung der Spuren von den Tatorten und nicht zuletzt durch die Vernehmungen der Teenager selbst gelte eine Vielzahl von Straftaten auch bereits als aufgeklärt. Der Garagenbrand auf der Feldstraße in Zeithain von Anfang November beispielsweise. Ebenso macht die Polizei die Jugendlichen für die Einbrüche in diverse Firmen auf der Teninger Straße in Zeithain in der Nacht zum 8. Dezember sowie in den Aldi-Markt Mitte Dezember verantwortlich, bei dem wiederholt ein Gullydeckel durch die Eingangstür flog. Zudem sollen die Jungen in den Hort im Ring der Freundschaft und in die Kita auf der Schulgasse in Zeithain in den Nächten zum 28. und 29. Dezember eingebrochen sein.

Und auch die spektakuläreren Aktionen der Gruppe, über die auch die SZ berichtete, sind aufgeklärt: Etwa der Diebeszug von Zeithain über Glaubitz nach Nünchritz in der Nacht zum 9. November, als erst die Tür vom Supermarkt Aldi eingeschlagen und ein Brandsatz auf den Getränkemarkt geworfen wurde, bevor die Jugendlichen in den Sonderpostenmarkt Thomas Philipps sowie in einen Döner-Imbiss einbrachen und danach auch noch ein Feuer auf der Glaubitzer Straße in Nünchritz legten. Keine zwei Wochen später brachen die Jungen dann in zwei Autohäuser und eine Autoverwertung auf der Teninger Straße in Zeithain ein und versuchten dort offenbar – allerdings erfolglos –, ein Auto zu stehlen.

Gruppe ist auf freiem Fuß

Ob auch die jüngsten Einbrüche zum Beispiel in die Zeithainer Kindertagesstätte am vergangenen Wochenende oder der Brandanschlag auf die Röderauer Kirche Ende Januar auf das Konto der Gruppe gehen, ist indes noch unklar.

Fakt ist aber, dass sich die Jugendlichen derzeit auf freiem Fuß befinden. Ob und wann es zu einer Anklage kommt, ist noch nicht klar.