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Telefonterror gegen Apotheker

Ein „Herr Schmölzer“ ruft in der Region Bischofswerda immer wieder den Apotheken-Nachtdienst an. Und das zwanzig- bis dreißigmal hintereinander. In Verdacht steht ein 24-Jähriger.

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© Symbolfoto: dpa

Bischofswerda. Der Nachtdienst in Bischofswerdaer Apotheken hat Grund zusammenzuzucken, wenn nach Mitternacht das Telefon klingelt. Vor allem dann, wenn sich ein gewisser „Herr Schmölzer“ mit schwäbischem Akzent meldet. Denn bei dem einen Anruf bleibt es gewöhnlich nicht. Es folgte eine Anruflawine, die nicht nur nervt, sondern auch das Telefon für wirkliche Notfälle blockiert. 20 bis 30 Anrufe hintereinander sind dann keine Seltenheit, berichten Apotheker aus der Stadt und umliegenden Orten.

Mitunter komme es auch vor, dass der Anrufer durch eine Konferenzschaltung Leute zusammenbringt, die gar nicht miteinander telefonieren wollen. Im Hintergrund hört man ihn dann kichern, heißt es. Bei Stadtapotheker Rainer Klotsche zum Beispiel stand das Telefon kürzlich früh zwischen vier und fünf Uhr kaum eine Minute still. Er erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizei und rät das auch allen anderen, die während des Nachtdienstes gemobbt werden.

Kein Einzelfall. Im Zusammenhang mit permanenten Anrufen bei Apotheken und anderen Dienstleistern wie Liefer-, Taxi- oder Abschleppdiensten sind der Polizeidirektion Görlitz in diesem Jahr bereits mehr als 50 Straftaten bekannt geworden, sagte Sprecher Thomas Knaup am Donnerstag auf Anfrage. In der Mehrzahl der Fälle betrafen die nächtlichen Anrufe Betriebe in der Region Bischofswerda/Radeberg.

Die Ermittlungen laufen zum Verdacht des Missbrauchs von Notrufen, des Betrugs oder der Nachstellung. Sie richten sich gegen einen 24-jährigen Intensivtäter aus Radeberg, der in der Vergangenheit beispielsweise auch im Saarland auf diese Art und Weise in Erscheinung getreten war. In den meisten Fällen dauern die Ermittlungen der Kriminalpolizei noch an, sagte Thomas Knaup. (SZ/ir)