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Feuilleton

Tellkamps neuer Roman erscheint erst 2021

Der Nachfolgeband zum Bestseller "Der Turm" war fürs Herbstprogramm vorgesehen. Nun gibt es eine weitere Verzögerung.

Uwe Tellkamp
Uwe Tellkamp © Juergen Loesel

Mehr als zehn Jahre ist es her, dass der Dresdner Erfolgsroman "Der Turm" erschien. Gespannt wartet das Publikum auf den nächsten großen Wurf von Uwe Tellkamp - zumal seit der Autor sich zunehmend kritisch in die öffentliche politische Diskussion einmischt und dabei auch durch Sympathien mit rechten Publikationen und Intellektuellen aneckt.

Sein neues Buch, an dem er seit Jahren arbeitet, soll "Lava" heißen und eine Art Fortsetzungsgeschichte zum "Turm" werden. Noch im September vorigen Jahres hatte Tellkamp in einem Interview mit dem Magazin Tichys Einblick gesagt, der Titel werde "aller Wahrscheinlichkeit nach" im Herbst 2020 erscheinen. Doch nun verschiebt sich die Veröffentlichung noch einmal.

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Die Zeitung Welt am Sonntag berichtet, "Lava" sei im Suhrkamp-Verlag nun für das Frühjahrsprogramm 2021 vorgesehen. Dies habe eine Sprecherin des Verlags bestätigt. Auch die Main-Post hatte vor einigen Tagen in einem Bericht über einen Auftritt Tellkamps in Würzburg gemeldet, das Buch werde 2021 erscheinen. Die Welt am Sonntag schreibt dabei auch über mutmaßliche Querelen im Verlag, aufgrund Tellkamps neuerdings umstrittener politischer Haltung. Offizielle Äußerungen gibt es dazu jedoch nicht. Eine Anfrage von Sächsische.de direkt an Uwe Tellkamp wurde von Suhrkamp-Sprecherin Tanja Postpischil am Sonntag beantwortet: "Das Manuskript ist noch nicht ganz fertig und auch noch nicht lektoriert. Deshalb haben wir in Absprache mit Uwe Tellkamp einen Erscheinungstermin im Frühjahr 2021 avisiert."

In letzter Zeit hatte Tellkamp bei verschiedenen Auftritten schon Auszüge aus dem "Lava"-Manuskript vorgelesen. Dabei hat er den Handlungsrahmen einmal so umrissen: Fabian Hoffmann ist Angestellter in der Tausendundeinenacht-Abteilung einer Agentur, in der Journalisten und Geheimdienstleute arbeiten. Der Roman werde Fabians Erfahrungswelt mit Babywindeln, Käsetheke und Finanzkrise zwischen 2015 und 2017 beschreiben und diese so scharf als möglich mit den Erinnerungen an die Achtzigerjahre konfrontieren, so Tellkamp.

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Zuletzt hatte die Absage einer Veranstaltungsreihe im Dresdner Lingnerschloss für Aufsehen gesorgt, bei der auch Tellkamp auftreten und nochmals aus "Lava" vorlesen sollte. Der Förderverein Lingnerschloss begründete die Absage damit, die "politische Ausrichtung" des Veranstalters Tumult-Magazin widerspreche den Zielen des Vereins. Tellkamp sah sich daraufhin in seiner Kritik an  einem "Gesinnungskorridor" in der Gesellschaft bestätigt.