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Tembo lernt noch

Familienzeit: Der Elefantenbulle hat sich im Dresdner Zoo gut eingelebt – nur für die Kühe interessiert er sich bisher wenig. 

© Foto: Thessa Wolf

Tembo scheint sich in Dresden pudelwohl zu fühlen: Der Elefantenbulle aus dem Tierpark Berlin hat seit seiner Ankunft im November schon ordentlich zugelegt und wirkt ausgeglichen und entspannt. Revierleiter Ronny Moche bezeichnet den Neuzugang als echten Glücksgriff: „Tembo ist ein ausgesprochen sozialer und umgänglicher Bulle. Er macht nichts kaputt und greift unsere drei Elefantenkühe nicht an.“ Deshalb verbringen die vier grauen Riesen schon seit geraumer Zeit bis zu 22 Stunden am Tag zusammen. Nur zum Training, so Moche, wird jeder individuell betreut und gepflegt.

Trotzdem muss Tembo in den nächsten Monaten noch einiges lernen: Er versteht noch nicht alle Kommandos, die die Dresdner Pfleger benutzen, und vor allem „fremdelt“ er mit den Kühen – von einem nachwuchsträchtigen gegenseitigen Interesse kann bisher keine Rede sein. „Äußerlich passt eigentlich alles“, sagt Ronny Moche. „Tembo ist etwas älter und größer als Drumbo, Mogli und Sawu; er wird von ihnen akzeptiert. Vor allem beim Fressen zeigt er ihnen, wer der Chef im Gehege ist.“ Anders als bei Menschen ist das „Macho-Gehabe“ für Elefanten wichtig: Der Instinkt zieht die Kühe zu dominanten Bullen, mit denen kräftige Nachkommen zu erwarten sind.

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Was jedoch nicht heißt, so der Revierleiter, dass nicht auch Sympathie im Spiel sein muss – und dafür müsse man den Tieren wohl noch etwas Zeit geben. „Unsere drei haben zwar schon Artgenossen gehen, aber noch nie einen kommen sehen. Für sie ist die Situation ebenso neu wie für Tembo, der mit zwei Jahren in den Tierpark Berlin kam und ihn bis zu seiner Abreise gen Dresden nie verlassen hat.“ Seine „Manneskraft“ hat der 33-jährige dort aber schon unter Beweis gestellt: Sieben Mal zeugte er in seiner heimatlichen Herde Nachwuchs.  

© Thessa Wolf

Noch mehr gemeinsame Zeit

Die Dresdner Pfleger kennen den Zyklus ihrer Elefantenkühe genau: Regelmäßig nehmen sie Urinproben und lassen im Labor den Hormonstatus prüfen. „Außerdem gibt es körperliche Anzeichen für die Paarungsbereitschaft“, sagt Moche, „und das Verhalten untereinander ändert sich.“ Dann sei es an ihm und seinen Kollegen, dem Glück etwas nachzuhelfen. Sie könnten beispielsweise das Training ausfallen lassen, um den Tieren noch mehr gemeinsame Zeit zu geben, oder das potenzielle „Paar“ separieren.

Eine Erfolgsgarantie gibt es dennoch nicht, das wissen alle im Zoo. „Zumal unsere Kühe schon in den Zwanzigern sind“, heißt es. „Da tickt die biologische Uhr. Und die Tragzeit dauert dann auch noch mal fast zwei Jahre.“ Doch auch wenn es nicht klappen sollte, sei Tembos Gastspiel ein Gewinn: Die Kühe bekommen mehr Abwechslung und Anreize, als Menschen sie ihnen geben können, und der Zoo hat einen Publikumsliebling mehr.

© Thessa Wolf