Teilen:

Tembo schwebt ein

© Christian Juppe

Der Berliner Elefantenbulle ist Dienstagnachmittag im Dresdner Zoo angekommen. Vor seinem Transport hat er sich ein wenig gesträubt. Nun wird ihm erst einmal Ruhe gegönnt.

Von Juliane Richter

Dresden. So richtig Lust hat Elefantenbulle Tembo offenbar nicht auf seine Reise gehabt. Drei Beruhigungsspritzen sind am Dienstagmorgen notwendig, damit er sich rückwärts in seinen Transportcontainer ziehen lässt. Die eigentliche Fahrt, die den Dickhäuter aus dem Berliner Tierpark nach Dresden bringt, verläuft dann relativ ruhig.

In diesem Container reiste Tembo nach Dresden. © Christian Juppe
Durch diese kleine Metalltür spaziert Tembo in sein Gästezimmer. © Juliane Richter
Die drei Elefantendamen des Zoos warten bereits auf ihren Kavalier. © Christian Juppe

Gut dreieinhalb Stunden brauchen die Transporteure. Aber mit dem geschätzt 4,5 Tonnen schweren Tier auf dem Tieflader rasen sie eben auch nicht über die Autobahn. Während Revierleiter Ronny Moche von Berlin nach Dresden mitfährt, kümmern sich die anderen drei Elefantenpfleger um die Vorbereitungen. „Wir haben eine Futterliste bekommen und schon rote Rüben geschnitten, weil er die in Berlin gern gegessen hat“, sagt Pfleger René Anacker. Anspannung und Vorfreude sind ihm deutlich anzumerken. Fasziniert beobachten er und seine Kollegen, wie der Tieflader mit der ersehnten Fracht kurz nach 14 Uhr am Zoo vorfährt und rückwärts in den Wirtschaftsbereich des Afrikahauses hineinrangiert. Kein Laut dringt aus dem Container. Doch plötzlich schaukelt der gesamte Tieflader. „Jetzt verlagert er sein Gewicht“, sagt Anacker. Der erfahrene Pfleger ist sich gewiss, dass die drei Elefantendamen Sawu, Mogli und Drumbo längst von der Ankunft des Bullen wissen, auch wenn sie ihn nicht sehen können. „Elefanten kommunizieren über andere Laute. Die drei wissen Bescheid.“

Und in der Tat: Während draußen der Container mithilfe eines Krans vor den separaten Innenbereich des Bullen positioniert wird, stehen innen zwei Kühe vor einer Durchgangstür. Ganz so, als wöllten sie den Neuankömmling sogleich begutachten. Doch davon kann erst einmal keine Rede sein. Denn Tembo will nicht raus aus seinem Container. Offenbar ist die Angst vor dem Unbekannten zu groß. Erst nach weiteren drei Stunden tritt er in sein neues Zuhause. Sein mitgereister Pfleger aus Berlin kann ihn schließlich locken – allerdings nicht mit roten Rüben, sondern mit Äpfeln.

Laut zoologischem Leiter Wolfgang Ludwig geht es Tembo den Umständen entsprechend gut. Nun wird ihm wie angekündigt erst einmal Zeit gegeben, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. So wie die Zoobesucher müssen sich deshalb auch die drei Elefantendamen noch ein wenig gedulden, bis sie ihn kennenlernen.