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Tempel aus tausenden Holzbausteinen

Im Rahmen der Kinderbibeltage erforschten 45 Mädchen und Jungen die Geschichte des Jerusalemer Tempels.

© Dietmar Thomas

Von Verena Toth

Waldheim. Ein Baustellenschild vor dem Altar, gespanntes rot-weißes Absperrband, der Taufstein ist mit Holzklötzen umbaut und ein riesiger Turm ragt im Altarraum in die Höhe – die Waldheimer Stadtkirche glich gestern Vormittag zum sonntäglichen Gottesdienst einer Baustelle. Aber einer ganz besonderen, denn ein Schild verriet: „Das Betreten dieser Baustelle ist ausschließlich Kindern gestattet.“ Für die Kinderbibeltage hatte die Gemeindepädagogin Annekathrin Pürthner mit Constanze Fischer eine Referentin des Bibellesebundes eingeladen. Sie brachte das Programm „Rita Redeschwall und das Rätsel um den verschollenen Tempel“ sowie die Holzbauwelt mit 45 000 Holzbausteinen mit. Im Rahmen dieses dreitägigen Programms ließen die Kinder in der Kirche einen Nachbau des Jerusalemer Tempels und einen knapp drei Meter hohen Turm entstehen. Den Abschluss dieser Tage feierten die kleinen Baumeister gemeinsam mit ihren Eltern und der Gemeinde gestern Vormittag beim Gottesdienst.

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50 kleine Baumeister

Etwa 50 Mädchen und Jungen der ersten bis sechsten Klasse nahmen an den Kinderbibeltagen in der Waldheimer Kirchgemeinde teil. Drei Tage lang verbrachten sie im Gotteshaus, um nicht nur Geschichten rund um die Bibel zu lesen, sondern auch Neues über ein sehr altes Bauwerk zu erfahren. Dabei bekamen sie Besuch von „Rita Redeschwall“- alias Konstanze Fischer, einer etwas hyperaktiven Journalistin, die von ihrem Chef den Auftrag erhalten hatte, für den „Waldheimer Anzeiger“ eine Geschichtsreportage zu schreiben. Wie die „Reporterin“ den Kindern berichtete, war sie gerade aus ihrem Urlaub in Jerusalem zurückgekehrt und bat nun um deren Hilfe bei der Recherche für ihren Artikel, in dem es um den verschollenen Tempel gehen soll. Spielerisch und in kleineren Gruppen fanden die Nachwuchsreporter heraus, um welchen Tempel es sich gehandelt haben muss. Sie erfuhren, wie er einst aussah und wie er vor etwa 2000 Jahren von den Römern zerstört wurde. So konnten die Kinder letztlich der gestressten „Rita Redeschwall“ dabei helfen, ihren Artikel pünktlich und vollständig bei ihrem Chef abzuliefern.

„Die Kinder haben drei aufregende und spannende Tage erlebt. Wir haben gemeinsam gesungen, gespielt und natürlich viel gebaut“, berichtete die Gemeindepädagogin Annekathrin Pürthner zum Abschluss. Davon konnten sich die Eltern beim Gottesdienst in einer kleinen Bildpräsentation überzeugen.

Riesiger Turm entstanden

Besonders beeindruckt waren die Gemeindemitglieder und Eltern jedoch von dem Nachbau des Jerusalemer Tempels, der den gesamten Altarraum ausfüllte. Hunderte von Bauklötzen hatten die Mädchen und Jungen kunstvoll aufeinandergestapelt. Zum Vorbild nahmen sie sich den Originalgrundriss des historischen Bauwerks. All das überragte noch ein riesiger Turm, der einen Durchmesser von etwa 1,30 Meter und eine stolze Höhe von 2,62 Metern erreicht hatte.

So wie das Original, das vor langer Zeit zerstört wurde und längst verschwunden ist, sorgten die Kinder am Sonntag noch selbst dafür, dass ihr Bauwerk in sich zusammenfiel. Zwei der kleinen Baumeister ließen den riesigen Turm unter dem Beifall der Besucher einstürzen.