merken

Tempo 30 hilft nicht immer

Die Fußgängerampel an der S 177 in Wünschendorf sorgte wegen ihrer Schaltung für Verwirrung. Ein Bauteil wurde mittlerweile gewechselt.

© Dirk Zschiedrich

Von Dirk Schulze

Wünschendorf. Gerade noch Rot, dann Grün und kurz darauf wieder zurück auf Rot. Die schnellen Phasenwechsel der Fußgängerampel an der S 177 in Wünschendorf haben seit dem Aufbau der Anlage Anfang Juli bei nicht wenigen Autofahrern für ungläubiges Kopfschütteln gesorgt. Allem voran der Fakt, dass die Ampel für Autos Rot zeigt, auch wenn weit und breit kein Fußgänger in der Nähe ist.

Anzeige
Ferientipps für Sachsen
Ferientipps für Sachsen

Da ist sie, die schönste Zeit des Jahres - die Sommerferien! Wir haben die Freizeittipps für Familienausflüge in Sachsen und Umgebung.

Das ist allerdings Absicht. Die Anlage steht per Grundeinstellung auf Rot. Erst wenn sich ein Auto nähert und von den installierten Kameras erfasst wird, wechselt das Signal auf Grün. Das funktioniert aber nur, wenn sich das Fahrzeug mit exakt 30 km/h nähert. Wer schneller als mit der hier erlaubten Höchstgeschwindigkeit unterwegs ist, erreicht die Ampel zu früh und sieht noch Rot. Wer sich an Tempo 30 hält, wird also belohnt. Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie in der Region Dresden und Meißen ist es die erste Ampelanlage, die so programmiert ist. Das bestätigt Isabel Siebert vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr.

Fehlerlos funktioniert hat das anfangs nicht. Bereits im August wurde nach Hinweisen aus der Gemeindeverwaltung von Dürrröhrsdorf-Dittersbach eine der Detektionskameras ausgetauscht. Das Gerät habe fehlerhaft gearbeitet, erklärt das Landesamt für Verkehr. Mittlerweile sei auch bei den Autofahrern ein Gewöhnungseffekt eingetreten, sagt Norbert Bläsner vom Dürrröhrsdorfer Gemeindeamt. Die Anlage laufe so weit gut und sei gerade in der Schulzeit sinnvoll.

Nur wenn sich mehrere Autos in unterschiedlichen Geschwindigkeiten nähern, bekommt auch mal ein Tempo-30-Fahrer Rot. Die verkehrsgeplagten Wünschendorfer wollten die Ampel vor allem, damit ihre die Kinder sicher zur Bushaltestelle kommen. Die erhoffte erzieherische Wirkung ist sozusagen ein vom Amt beabsichtigter Nebeneffekt. Anfangs gab es noch Beschwerden, dass die Ampel beim Einbiegen aus dem Dorf auf die Hauptstraße nicht reagiert – die Detektoren erfassen nur den Verkehr auf der S 177. Wer aus dem Ort kommt, muss bis auf die Hauptstraße vorfahren, erklärt Bläsner, dann sollte es funktionieren.

Aktuell ist die Ampel abgeschaltet. Schuld daran ist Sturmtief „Xavier“. Eine umstürzende Linde hat am Donnerstag die Stromleitung in Wünschendorf gekappt, an der auch die Ampel hing. Die Enso arbeitet noch an der Behebung des Schadens.