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Tengelmann steht zu seinen Billig-Shirts aus Bangladesch

Niedrige Preise müssen nicht zwangsläufig zu schlechten Arbeitsbedingungen führen – sagt der Konzernchef.

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Mülheim/Essen. Der Handelskonzern Tengelmann, zu dem der Textildiscounter Kik gehört, hat die Produktion von Kleidung im Billiglohnland Bangladesch verteidigt. „Ich wehre mich dagegen, dass es aufgrund niedriger Preise automatisch zu schlechten Produktionsbedingungen kommen muss“, sagte Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub der in Essen erscheinenden „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. In den Fabriken werde nicht nur für Kik, sondern auch für Markenfirmen genäht.

„Wir hatten in den letzten Jahren begonnen, allein und aus eigener Kraft einige Verbesserungen in den Produktionsländern auf die Beine zu stellen. Das ist uns aber nicht mit großem durchschlagendem Erfolg gelungen“, sagte Haub. Mit Blick auf die jüngsten Fabrik-Katastrophen fügte er hinzu, es sei sehr traurig, dass sich die produzierenden Unternehmen erst dadurch zusammengetan hätten.

Im April 2013 war ein Fabrikgebäude in der Nähe der Hauptstadt Dhaka in sich zusammengestürzt, dabei starben mehr als 1 100 Menschen, fast 2 500 wurden verletzt. Im November 2012 starben mehr als 100 bei einem Brand. Jetzt hat ein Richter Haftbefehle gegen die mutmaßlich Verantwortlichen erlassen. Vier Manager der „Tazreen Fashion“ Textilfabrik sowie das Besitzerehepaar werden seit Dienstag gesucht. Die Ermittler hatten am 22. Dezember die Untersuchungen abgeschlossen. Insgesamt sollen sich 13 Menschen vor Gericht verantworten, sagte Staatsanwalt Anwarul Kabir. Ihnen werden unter anderem vorsätzliche Tötung und Nachlässigkeit vorgeworfen. Überlebende Arbeiter berichteten, die Ausgänge der Fabrik seien abgesperrt gewesen. Außerdem durften sie das Gebäude nicht gleich verlassen, nachdem das Feuer ausgebrochen war. Die Besitzer und vier Manager hatten sich abgesetzt.

Die Textilindustrie ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor Bangladeschs. Die meisten Exporte gehen nach Europa. Nicht nur Bangladesch ist Billigarbeitslohnland für Textilhändler. In Kambodscha sieht die Lage ähnlich aus. Dort sind seit Tagen wegen Streiks und Fabrikschließungen fast alle Textilfabriken geschlossen. Die Arbeiter verlangen mehr Geld. (dpa)

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