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Terrassenufer ist wieder frei

© Screenshot: szo

Der Abriss des maroden Bogens der Augustusbrücke ging viel schneller als gedacht. Das hat vor allem Auswirkungen auf den Autoverkehr in der Stadt.

Dresden. Der Abbruch des maroden ersten Bogens der Augustusbrücke auf der Altstädter Elbseite hat vorm Wochenende und am Samstag für erhebliche Verkehrsbehinderungen gesorgt. Das unter der Brücke entlang führende Terrassenufer war seit Donnerstagabend komplett gesperrt. Das sollte bis Montagmorgen so bleiben. Dann gingen die Arbeiten an dem Bogen doch viel schneller als geplant. Bereits am Freitagnachmittag konnte Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz die Bauleute loben: „Sie sind sehr gut vorangekommen“, sagte er. Um 15.05 Uhr am Freitag war es soweit: die letzten Teile des Brückenbogens fallen auf die Straße, der Brückenbogen ist verschwunden. Wo er einst das Terrassenufer überspannte lagen nur noch 2 000 Tonnen Betontrümmer und Steine. Darüber klafft eine Lücke in der Brücke.

Am Freitagnachmittag fielen die letzten Steine des bisherigen Bogens der Augustusbrücke. © Sven Ellger

Am Samstag waren immer wieder Lastwagen unterwegs, um die Trümmer des Brückenbogens wegzuschaffen. Am Nachmittag wurden dann die letzten Brocken aufgeladen. Etwa 16 Uhr waren die Bauarbeiter dabei, die Reste der Sandschicht auf der Straße zu beseitigen. Dann konnte die Straße vorfristig für den Autoverkehr wieder freigegeben werden. Seit Sonntagmorgen rollen die Autos wieder unterhalb der Brühlschen Terrasse entlang. Nur eine Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer, die die Augustusbrücke trotz Bauarbeiten überqueren können, überspannt das Terrassenufer jetzt noch.

Es war enormer Aufwand nötig, um die Großaktion an der alten Brücke vorzubereiten. So musste die Straße bereits am Donnerstagabend gesperrt werden, um eine 50 Zentimeter starke Sandschicht aufzubringen, damit die Steine den Asphalt des Terrassenufers nicht beschädigen. Der Betonbogen war in der Mitte 54 Zentimeter, am Rand bis zu 1,10 Meter stark. Die Sandsteine an den Stirnseiten waren bereits zuvor geborgen worden. Da sie fest mit dem Bogen verbunden waren, mussten die Bauleute sie mit einer Diamantsäge lösen und herunternehmen.

Die vorerst letzte Sperrung des Terrassenufers wegen des Brückenbaus ist zwischen 16. und 20. November geplant. In der Zeit wird die Straße um 40 Zentimeter abgesenkt, um die nötige Durchfahrtshöhe von 4,50 Metern beim Neubau des Bogens zu sichern.

Der neue Bogen soll im Sommer nächsten Jahres fertig sein. Die Brückensanierung dauert bis zum März 2019. Die Augustusbrücke hat eine lange Geschichte. Sie war erstmals 1287 urkundlich erwähnt worden. Zwischen 1907 und 1910 wurde die heutige anstelle der alten Augustusbrücke neu gebaut. (szo/jep)