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Terrorgefahr bei der Fußball-WM

Die Endrunde in Russland soll ein Fest werden. Doch die Sicherheitsbehörden sind in erhöhter Alarmbereitschaft.

© Dmitri Lovetsky/AP/dpa

Russlands Präsident Wladimir Putin und Fifa-Boss Gianni Infantino verbreiten 100 Tage vor dem Anstoß zur Fußball-Weltmeisterschaft in einer Videobotschaft eine fröhliche Stimmung. Doch laut einem Bericht der Bild-Zeitung geht das Bundeskriminalamt (BKA) in seinem geheimen Gefährdungslagebild von einer hohen Terrorgefahr bei der WM durch radikale Islamisten aus. Aufgrund islamistischer Strukturen im Gastgeberland und der hohen Zahl russischstämmiger IS-Kämpfer in Syrien und im Irak sehe die Behörde eine besondere Gefährdungslage, berichtete das Blatt. Der IS habe seit Mitte Oktober 2017 zunehmend die Endrunde 2018 thematisiert. Im Netz kursieren Collagen, auf denen die angebliche Hinrichtung von Stars wie Lionel Messi, Cristiano Ronaldo oder Neymar angedeutet wird oder Dschihadisten mit Bomben und Maschinengewehren vor russischen Stadien posieren.

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Es sollte die Wende nach dem missglückten Start in die Play-offs 2018/2019 sein. 

Der Weltverband Fifa reagierte gelassen. „Die ohnehin schon hohen Sicherheitsstandards in Russland werden ständig auf die spezifischen Anforderungen und Herausforderungen einer solchen Sportgroßveranstaltung abgestimmt“, sagte ein Sprecher. Auch die russischen Organisatoren wiesen Bedenken wegen möglicher Terroranschläge beim Turnier vom 14. Juni bis zum 15. Juli zurück. Das Sicherheitskonzept müsse nicht verändert werden, teilte das Organisationskomitee mit: „Szenarien für alle möglichen Arten von Angriffen wurden berücksichtigt.“

Die Angst vor Anschlägen ist begründet. Das erfuhr das DFB-Team im November 2015 beim Länderspiel gegen Frankreich in Paris. Nur der Aufmerksamkeit eines Einlasskontrolleurs, der bei einem der IS-Attentäter eine Sprengstoffweste entdeckte, war es zu verdanken, dass am Stadion nicht mehr passierte. Bei der folgenden Anschlagserie starben 130 Menschen. (dpa)