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Test von 400 Sirenen

Am Sonnabend heulen die Sirenen eine Minute am Stück. Erstmals erklingt ein völlig neuer Ton.

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© DA-Archiv/André Braun

Von Tina Soltysiak

Döbeln. Lange haben die Grunauer darum gekämpft, dass „ihre Sirene“ einen neuen Stromanschluss bekommt und am Netz bleibt. Und dass, obwohl sich die Ortswehr aufgelöst hatte. Der Hintergrund ist simpel: Eine Sirene ist nicht nur dazu da, um die Kameraden der Feuerwehren zum Einsatz zu rufen. „Sondern sie soll im Katastrophenfall die Bevölkerung zügig vor einem bevorstehenden Unglück warnen“, erklärt Peter Schubert, Geschäftsbereichsleiter Verwaltung, Finanzen und Ordnung im Landratsamt Mittelsachsen. In Grunau könnte das zum Beispiel ein Hochwasser sein, da der Pegel der Striegis bei starken Niederschlägen schnell steigt.

Für die „Warnung vor einer Gefahr“ gibt es ein eigenes Sirenen-Signal. „Dieses ertönt am Sonnabend im gesamten Landkreis zum ersten Mal“, so Schubert. Das ist deutlich länger, als der herkömmliche Sirenentest beziehungsweise der Feueralarm. „Es ist ein Heulton von einer Minute: sechs Töne von jeweils fünf Sekunden Dauer mit einer Sekunde Pause“, erklärt Peter Schubert. Vergleichbar mit anderweitig bekannten Tönen oder Signalen fallen ihm nicht ein. Das ist aber auch gut so, um keine Verwirrung zu stiften.

Nach Heulton das Radio einschalten

Der Kreisbrandmeister Gerald Nepp empfiehlt den Mittelsachsen, „sich dieses Signal bewusst anzuhören, um es vom zur Alarmierung der Feuerwehren unterscheiden zu können“. Im Ernstfall – also bei Naturkatastrophen, technischen Havarien, Großbränden oder Chemieunfällen – sind beim Sirenensignal „Warnung der Bevölkerung“ außerdem einige Verhaltensregeln zu beachten: Das Radio einschalten und die Durchsagen an andere weitergeben, die nicht gerade am Rundfunkgerät sitzen. Älteren, behinderten und ausländischen Mitbürgern helfen – beispielsweise, wenn das Verlassen eines betroffenen Gebietes angeordnet wird. „Nur zum Telefon greifen, wenn es wirklich notwendig ist und sich dann möglichst kurzfassen. Die Hilfskräfte sind auf freie Telefonleitungen angewiesen, besonders in den Mobilfunknetzen“, erklärt Peter Schubert vom Landratsamt.

Jährlicher Test der Anlagen

Im gesamten Landkreis gebe es etwa 400 Sirenen. „Wir prüfen am Sonnabend gleichzeitig, ob die Ansteuerung und die Sirenen selbst funktionieren“, ergänzt er. So könnten technische Defekte entdeckt und im Anschluss behoben werden. Der Großteil der Anlagen sei digital. „Für die technische Unterhaltung sind die Kommunen zuständig“, sagt Schubert.

Ein Mal im Jahr soll es künftig diesen landkreisweiten Sirenentest geben. „Immer am ersten Sonnabend Mai um 11 Uhr – außer dieser fällt auf einen Feiertag“, sagt Peter Schubert. Mit der Einführung des Heultons setzt das Landratsamt einen Erlass des Freistaats Sachsen über landeseinheitliche Sirenensignale um. Mit diesem war bereits im Jahre 2003 das Sirenensignal „Warnung der Bevölkerung vor einer Gefahr“ eingeführt worden.