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Teure Unfallflucht zu Weihnachten

Eine Frau rammt mit einem Auto eine Straßenlaterne in Colmnitz und fährt davon. Nun muss sie nicht nur eine Geldstrafe zahlen.

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© dpa

Von Stephan Klingbeil und Yvonne Popp

Gerichtsbericht. Dem Knall folgen Lichtblitze. Sie zucken durch die Dunkelheit. Es ist ungefähr 19.30 Uhr am ersten Weihnachtsfeiertag vorigen Jahres. Ein Auto hat im Klingenberger Ortsteil Colmnitz eine Straßenlaterne gerammt. Der Mast steht schief. Das Licht ist aus. Der Wagen steht aber noch am Unfallort. Noch. Denn dann steigt der Beifahrer aus, tauscht mit der Fahrerin den Platz und fährt wenig später mit dem beschädigten Auto davon. Anwohner verfolgen die Szene vom Balkon aus. Sie waren hinausgeeilt, dachten zuerst, ein Böller wäre explodiert.

Die mutmaßliche Fahrerin aus Klingenberg muss sich nach den Ereignissen am Amtsgericht Dippoldiswalde verantworten. Sie soll zum Unfallzeitpunkt alkoholisiert am Steuer gesessen und den auf 1 300 Euro geschätzten Schaden an der Laterne verursacht haben. Etwa 1,3 Promille Alkohol im Blut soll die Frau damals gehabt haben, wie ein späterer Test zeigte. Der 56-jährigen Deutschen wird zudem Unfallflucht vorgeworfen. Auf Anraten ihres Anwalts schweigt sie vor Gericht.

Der Prozess wird vertagt, weitere Zeugen müssen aussagen. Die Sichtverhältnisse seien nicht gut gewesen. An diesem Montag fällt das Gericht ein Urteil. Die Frau wird wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs und unerlaubten Entfernens vom Unfallort zu einer saftigen Geldstrafe verdonnert. 3 250 Euro (65 Tagessätze à 50 Euro) soll die Klingenbergerin nun zahlen. Außerdem wird ihr die Fahrerlaubnis entzogen. Frühestens zwölf Monate, nachdem die Gerichtsentscheidung rechtskräftig wird, darf sie wieder Auto fahren.