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Textildiscounter wieder da

In der renovierten Kik-Filiale im Spitzgrund freuen sich Kunden über ein besseres Angebot. Ein Problem gibt es aber.

© Arvid Müller

Von Ines Scholze-Luft

Coswig. Ach, hier ist es schön warm, sagt eine Kundin, die mit Schwung durch die Eingangstür tritt. Es ist kurz vor 9 Uhr am Donnerstagmorgen und die Kik-Filiale auf der Moritzburger Straße schon offen. Regulär geht es zwar erst um 9 Uhr los, doch gestern startet der Betrieb eine Stunde eher. Wegen der Neueröffnung nach der Renovierung. Die Kundschaft nimmt das gern an – minus zehn Grad vorm Geschäft, das verleitet nicht zum Warten.

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Ein aufgewecktes guten Morgen kommt aus Richtung Kasse. Davon gibt es jetzt zwei statt einer. Die Mitarbeiterinnen dort haben schon gut zu tun, einige der frühen, ein reichliches Dutzend zählenden Kunden haben ihren Einkauf bereits im Stoffbeutel verstaut. Nein, Plastiktüten fürs Einpacken gibt es keine mehr, erfährt eine Frau auf Nachfrage.

Möchten Sie Sekt oder O-Saft? Filialleiterin Madeleine Haase deutet den suchenden Blick der älteren Dame richtig. Ein Saft wäre jetzt gut, sagt die Angesprochene, ihr Mann schließt sich an. Überhaupt sind relativ viele Herren im Geschäft. Jüngere und ältere, mit Frau, mit Kind oder mit beidem.

Ob ihnen die neugestaltete Filiale gefällt? Ein älterer Herr bejaht. Freundlich, hell und ansprechend ist sie, sagt der Radebeuler. Seine Frau geht immer mal her, auch zur Neueröffnung. Auf die Radebeulerin wirkt die fast 500 Quadratmeter große Verkaufsfläche jetzt aufgeräumt, schöner als zuvor. Und gefunden hat ihr Mann für sich auch schon was: zwei Paar Socken.

Fünf nach neun flutet ein ganzer Schwarm neuer Kunden ins Haus. Darunter eine flotte Dame, die den Mitarbeiterinnen als Erstes alles Gute wünscht. Sie ist viel hier, sagt die Spitzgrund-Anwohnerin. Und dass die Verkäuferinnen sehr nett sind. Über das neue Angebot freut sie sich. Wenn es so bleibt, gebe es nichts zu meckern. Während der Renovierung habe sie öfter durchs Fenster geschaut und gehofft, dass alles rechtzeitig fertig wird.

Ähnlich angetan ist eine Frau, die ihren Sohn im Sportwagen durch den inzwischen dicht gefüllten Laden schiebt. Alles wirkt größer, die Atmosphäre ist freundlicher, sagt die junge Mutter.

Eine Strumpfhose für den Kleinen hat sie bereits entdeckt, aber auch ein kleines Problem. Die obere Textilreihe an den Wandständern lasse sich schwer erreichen. Eine Frau neben ihr, die gerade die Kindersachen hoch oben im Blick hat, stimmt ihr zu. Da müsste der Kunde dann wenigstens eine Stange zur Verfügung haben, um sich das entsprechende Kleidungsstück zu holen.

Filialleiterin Haase sagt: Wir haben keine Stange, sondern Personal. Und das ist trotz des Kundenansturms am Donnerstag schnell zur Stelle, sobald jemand Unterstützung braucht. Um bei der Auswahl des richtigen Betttuches zu beraten oder die passende Bluse mit auszusuchen. Und um Schnittchen und Sekt als Eröffnungsgeste anzubieten. Vier Mitarbeiterinnen gehören zum Team, zur Wiedereröffnung durch Helferinnen verstärkt, alle in gepunktete weiße Jacken gekleidet.

Zu vielen Kunden haben sie guten Kontakt, sagt Filialchefin Madeleine Haase. Gerade ältere Menschen, die im Spitzgrund wohnen, seien froh, dass es hier oben, außerhalb des Zentrums, auch etwas gibt, wo sie einkaufen können. Damit sie nicht erst in die Stadt fahren müssen.

Dass die Mitarbeiterinnen jetzt ordentlich zu tun haben, ist ihnen recht. Es geht gut los, sagt die Filialleiterin. Auch ihr gefällt der neue Stil der Filiale. Laminat statt Teppichboden, alles übersichtlicher, größer wirkend, auch durch die neuen Warenständer. Passende Voraussetzungen, um das vielfältigere Angebot zu präsentieren: Bekleidung für Damen, Herren, Kinder und Babys, dazu Wäsche, Strümpfe, Geschenk- und Trendartikel – Ostern lässt grüßen – Schreib-, Spielwaren und Heimtextilien.

Das Ziel der Umgestaltung: Die Filialen im In- und Ausland sollen nach dem neuen Konzept in Silber erstrahlen und ein freundlicheres, strukturierteres Einkaufen ermöglichen, Kunden und Mitarbeiter sollen sich wohl fühlen, heißt es vom Unternehmen. Dafür wurde auch die seit 7. Oktober 2011 im Spitzgrund bestehende Filiale für eine mittlere fünfstellige Summe renoviert.

Das Ergebnis interessiert viele, der Kundenstrom reißt nicht ab. Immer wieder gibt es gute Wünsche zur Neueröffnung. Schon gehen die Nächsten auf Einkaufstour durch die breiten Gänge.