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Therapeuten sagen Tschüss

Die fünfte Generation am Systemischen Institut wurde verabschiedet. Torte und Wolken gehören dazu.

© André Braun

Von Natasha G. Allner

Döbeln. Auf der Torte steht „SIM 2016“. Vorbereitet wurde das Dankeschön von 13 Frauen und einem Mann der aktuellen Therapeutenklasse am Systemischen Institut Mittelsachsen (SIM) in Döbeln. Nach drei Jahren und 700 Ausbildungsstunden haben die Schüler im Alter von 25 bis 55 Jahren ihre Qualifikation zum systemischen Therapeuten in der Tasche. Systemische Therapie hilft, Störungen des sozialen Miteinanders von Familienmitgliedern oder Kollegenteams zu beheben.

Familien aufgepasst
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Hier finden Sie alle Ergebnisse des Familienkompass 2020.

Die Kurteilnehmer aus Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern oder auch Baden-Württemberg kamen einmal im Monat für zwei Tage in die Muldestadt, ließen sich ausbilden und lernten das kulturelle Angebot der Stadt sowie die aufgeschlossenen Döbelner kennen. „Viele von ihnen besuchen später mit ihren Familien die Stadt und machen mit gutem Leumund sowohl das SIM als auch Döbeln über die Bundesländergrenzen hinaus bekannt“, freut sich Dozentin Katrin Leithold.

Austausch lustiger Anekdoten

Am letzten Tag am SIM steht ein Rückblick auf die Lehrjahre an. Ein Resümee wird über die beruflichen wie auch persönlichen Veränderungen, die jeder durchlaufe, gezogen. Noch einmal sitzt man gemütlich beieinander, genießt die gemeinsame Zeit und lässt lustige Anekdoten aufleben. Auch die „Wölkchen aus Papier“ kamen zum Einsatz. Darauf formulierten die Neu-Therapeuten Leitsätze und systemische Gedanken. Seit 2010 arbeitet das SIM, zuvor mit Sitz im Ostrauer Ortsteil Jahna, am Obermarkt. Mit dieser Klasse wurde bereits die fünfte Therapeuten-Generation verabschiedet. Aber nicht nur in Sachen Ausbildung und sozialer Beratung macht sich das SIM stark. Es möchte fester kultureller Anlaufpunkt werden. Dazu sollen die wechselnden Ausstellungen inklusive Lesungen und musikalischen Auftritte beitragen. Seit November vergangenen Jahres ist eine Bilderschau mit Fotografien von Manja Kautzner zu sehen. Die Freibergerin präsentiert sich unter dem Titel „Fotografie trifft Poesie“.

Laut SIM-Chefin Leithold soll noch unbekannten Talenten eine Plattform geboten werden, um sich einem breiteren Publikum vorzustellen: „Die Vernissage besuchten fast 60 Leute. Das Feedback war ermutigend.“ Deshalb ist für November dieses Jahres eine Buch-Lesung mit Andrea Siegert zum Thema Lebensgeschichten ehemaliger DDR-Frauen geplant. Einen Künstler, der sein bildnerisches Werk ausstellen mag, sucht das SIM aber noch.

Weitere Infornationen unter der Rufnummer 0160 90744247.