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Tiere brauchen dringend Hilfe

Tropische Temperaturen machen Vierbeinern, Insekten und Vögeln das Leben schwer. Der Großenhainer Tierschutzverein ruft zur Unterstützung auf.

© Anne Hübschmann

Von Catharina Karlshaus

Großenhain. Um halb elf ist es soweit. Wenn sich die brütende Hitze des Tages etwas verzogen hat, bestenfalls ein mildes nächtliches Lüftchen weht, dann hört sie das Tippeln. Eine Großenhainerin, die zwar ihren Namen in der Zeitung nicht lesen will, gern aber über ihre liebgewordenen Besucher erzählt: „Seit ein paar Wochen kommen nun schon jeden Abend drei Igel zu uns in den Garten. Anfangs waren sie noch etwas scheu, aber mittlerweile sind die Tiere ganz zutraulich und wissen ganz genau, wo der Futternapf steht“, erzählt die 53-Jährige und lacht. Besonders seit es so heiß ist, kämen die Igel regelmäßig und stets pünktlich zum Abendessen. Durst hätten sie ebenso wie großen Appetit auf das schon bereitgestellte Futter. Als das Thermometer neulich das erste Mal über die 30-Grad-Marke gehuscht sei, habe sich einer der stachligen Gesellen nach dem Fressen glatt völlig erschöpft auf die abendliche Terrasse gelegt und geschlafen. „Das ist nur allzu natürlich! Ebenso wie uns Menschen setzen die hohen Temperaturen über viele Wochen hinweg den Tieren mächtig zu“, weiß Armin Krake.

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Eine Tränke mit täglich frisch eingefülltem Wasser hilft zurzeit Insekten und Vögeln.
Eine Tränke mit täglich frisch eingefülltem Wasser hilft zurzeit Insekten und Vögeln. © Karl-Ludwig Oberthuer
Dankbar sind auch Igel für kleine Leckerbissen zur kühleren Abendstunde.
Dankbar sind auch Igel für kleine Leckerbissen zur kühleren Abendstunde. © privat

Wie der Vorsitzende des Großenhainer Tierschutzvereines betont, bräuchten sie jetzt dringend Unterstützung. Gerade Igel, Eichhörnchen oder junge Vögel drohten zu verdursten. Doch gleich nun, ob Insekten, Schmetterlinge, Vögel oder kleine Säugetiere – sie alle könnten mit ganz einfachen Mitteln durch die Hitze gebracht werden. „Wer einen Garten hat, kann einfach eine Trinkwasserstelle einrichten!. Am besten eine flache Schale auf stabilen Untergrund stellen und mit Flüssigkeit füllen“, rät Armin Krake. Nicht vergessen werden dürfte jedoch, das Wasser täglich zu wechseln, damit sich keine Parasiten ablagerten und die Tiere am Ende erkrankten. Wer indes auf den Gedanken käme, Milch könne jetzt als Aufbaukost ganz nützlich sein, der irre gewaltig. Igel könnten durch die darin enthaltene Laktose sogar sterben. Viele von ihnen seien gerade trächtig und würden in den kommenden Wochen ihre Jungen zur Welt bringen. Gerade dann helfe eine einfache Wasserstelle, die momentane Trockenheit zu überleben.

Tropische Temperaturen, die auch den meisten zu Hause gehaltenen Tiere momentan mächtig zu schaffen machen. Immerhin können sie nicht durch Schwitzen über die Haut abkühlen, sondern allein durch Trinken oder Hecheln. Deshalb ganz wichtig: Für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ebenso sorgen wie für einen Schattenplatz, an den sich das Tier jederzeit zurückziehen könne. „Große Anstrengungen sollten natürlich vermieden und das Gassigehen mit Hunden muss selbstverständlich in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegt werden.“

Auch im Käfig oder im Außengehege lebende Tiere dürften nicht schutzlos der Sonne ausgesetzt werden. Gerade jetzt gelte die Devise: Prüfen, ob sich wirklich ein großer Teil des Geheges den ganzen Tag über im Schatten befindet. Zusätzlich könnten kleine Häuschen, kühle Steinplatten oder feuchte Handtücher, die über das Gehege gelegt werden, helfen. Da bei Hitze viel Wasser verdunstet und die Tiere mehr trinken, sollte man dieses regelmäßig kontrollieren. „Die Flüssigkeitszufuhr ist wie bei uns Menschen das A und O“, mahnt Armin Krake. Nicht zuletzt aus diesem Grund sei er froh, dass im Gegensatz zum Vorjahr bisher nur wenige Katzen ausgesetzt worden sind. „Denn wer das bei diesen Temperaturen tut, überlässt die Tiere ihrem sicheren Tod“, so Armin Krake.