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Tiere hinterlassen viele Spuren

Der Wolf bleibt ein scheues Wildtier. Dennoch wird er samt Hinterlassenschaften vom Menschen gesichtet.

© Wolfgang Wittchen

Von Anja Gail

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Wölfe unter uns

Wölfe unter uns

Zwischen Königshain und Reichenbach gibt es Hinweise auf ein Rudel. Noch ist unklar, wie weit sein Gebiet reicht.

Reichenbach. Sichtungen von Wölfen und ihren Spuren im Raum Reichenbach sind Gesprächsthema in der Bevölkerung. Bevor sich Mitarbeiter aus dem Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ den konkreten Fragen vor Ort stellen, geht die SZ mithilfe von Jana Endel aus dem Kontaktbüro an dieser Stelle schon einmal auf einige Punkte ein.

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und Losungen geben wichtige Informationen über Wölfe.
und Losungen geben wichtige Informationen über Wölfe. © dpa

Fragen zum Thema Wolf

Wie gefährlich ist der Wolf für den Menschen?

Das ist zurzeit eine große Angst, die die Leute beschäftigt. Aber Jana Endel sagt, diese Befürchtung sei dennoch unbegründet. In den über 15 Jahren, in denen die Wölfe in der Lausitz leben, habe es keinen einzigen Fall gegeben, bei dem ein Wolf für einen Menschen zu einer Gefahr geworden ist. Generell könne es zu Ausnahmesituationen kommen, wenn ein Wolf vom Menschen in die Enge getrieben wird oder sich jemand einem kranken oder verletzten Wolf nähert.

Hat der Wolf seine Scheu vor den Menschen abgelegt?

Nein, sagt die Mitarbeiterin des Kontaktbüros. Die Annahme, der Wolf habe seine Scheu gegenüber den Menschen verloren, weil er nachts durch Dörfer streift oder erst einmal stehenbleibt, wenn er tagsüber Menschen begegnet, stimme so nicht. Der Wolf suche keine Nähe zum Menschen, sondern nur leichte Beute auf Höfen oder Wiesen, wo Nutztiere nicht ausreichend geschützt sind. Und an die Kulturlandschaft habe er sich insofern angepasst, als dass ihm der Mensch genauso wenig fremd ist wie Autos oder Straßen. Das alles kann er sehen, riechen und hören.

Bedeutet ein neues Rudel, dass es immer mehr Wölfe vor Ort gibt?

Die Zahl der Tiere nimmt zwar insgesamt zu. Aber da ein Rudel immer ein bestimmtes Territorium für sich beansprucht, ändert sich nichts an der Dichte. Es bleibt dabei, dass sich im Schnitt fünf bis zehn Wölfe in einem Rudel auf etwa 300 Quadratkilometern aufhalten.

Was hat der Mensch davon, wenn der Wolf derart unter Schutz steht?

Genauso wenig wie vom Schutz des Seeadlers oder anderer seltener Tiere, sagt Jana Endel. Aber es sei nun mal verankert, dass die Vielfalt der Tierarten zu erhalten ist. Solange der Wolf noch in seiner Existenz bedroht sei, werde er deshalb auch unter Schutz stehen.

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