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Deutschland & Welt

Alaska sucht den fettesten Braunbären

Bei Schönheitswettbewerben kommt es oft Schlankheit an. Bei den "Fat Bear"-Wahlen zählt das Gegenteil. Der lustige Wettstreit hat einen ernsten Hintergrund.

Ein Braunbär kann locker deutlich über eine halbe Tonne schwer werden.
Ein Braunbär kann locker deutlich über eine halbe Tonne schwer werden. © dpa/Katmai National Park and Preserv

Anchorage. Wird es Holly wieder schaffen? Vor einem Jahr holte sie den Titel als fetteste Braunbärin im Katmai-Nationalpark in Alaska. "Sie ist fett, sie ist fabelhaft", gratulierten damals die Ranger dem stattlichen Pelztier. Nun ist die "Königin der Körperfülle" neben elf weiteren Kandidaten erneut im Rennen. Zum sechsten Mal veranstaltet der Park im Südwesten von Alaska die "Fat Bear Week". Online können Besucher und Bären-Fans eine Woche lang für die dicksten Prachtexemplare stimmen. Der Gewinner wird am Dienstag (6. Oktober) gekürt.

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Die Namen verraten es schon: "Chunk" (zu deutsch "Klotz") bringt etwa 500 Kilo auf die Waage. Kandidat "747", auch als Jumbo Jet bekannt, wurde vor einem Jahr auf rekordverdächtige 630 Kilo geschätzt. Auch in diesem Jahr sei er "sehr fett mit einem tiefhängenden Bauch", heißt es in der Beschreibung. "Natürlich fangen wir die Bären nicht ein und stellen sie auf eine Waage", erzählt Rangerin Amber Kraft der Deutschen Presse-Agentur. "Dies ist kein wissenschaftlicher Vergleich, sondern ein reiner Beliebtheitswettbewerb".

Weltweite Resonanz

Über 140 000 Stimmen wurden gleich zum Auftakt der "Fat Bear"-Woche abgegeben. Auch mit Kommentaren halten die Bärenfans nicht zurück. "Er hat einen massiven Kopf und so eine riesige Schnauze, die ich einfach liebe", schwärmte eine Betrachterin über "747".

Ein weltweites Publikum klickt sich durch Vorher-Nachher-Fotos der Kandidaten. Im Frühjahr, nach dem Winterschlaf, sind die Bären noch mager, bis zum Herbst haben sie deutlich angespeckt. "Während des Winterschlafs können sie bis zu 40 Prozent ihrer Körperfülle verlieren, deshalb müssen sie vor dem nächsten Winter Fettreserven anfressen", erklärt Rangerin Kraft.

© dpa/Katmai National Park and Preserv

Der lustige "Fat Bear"-Wettstreit ist zugleich eine Aufklärungskampagne über das Ökosystem und den Lebensraum der rund 2200 Braunbären im Katmai-Nationalpark im nördlichsten US-Bundesstaat. Über 80 000 Besucher lockt der Park jedes Jahr an, vor allem an die Wasserfälle des Brooks-River, wo Dutzende Braunbären von Juni bis Oktober Lachse fangen. Auch per Webcam kann man die Pelzriesen dabei beobachten, wie sie die fette Beute zielsicher schnappen.

Diese Region hat mithin die größten Lachsvorkommen der Welt. Wegen ungewöhnlicher Hitze seien die Lachszüge im vorigen Sommer aber erst viel später gekommen, erklärt Kraft. Die Braunbären hätten zwar genug Fressen gefunden, doch die Folgen des Klimawandel seien eine Sorge.

Vielseitiger Speiseplan

In dieser Saison, mit normal kühlem Wetter, mangelte es nicht als Kalorien. Neben Lachsen verspeisen die Bären auch große Mengen Kräuter und Beeren. Das sieht man auch der jüngsten Kandidatin an. Hollys Tochter, die bei der Geburt zu Jahresbeginn gerade ein halbes Kilo gewogen hatte, legte den Sommer über gut 30 Kilo zu.

Auf der Online-Platform "Explore" werden in der "Fat Bear Week" täglich zwei Bären zur Abstimmung präsentiert. Nach sechs Runden stehen sich im Endfinale nur noch zwei der ursprünglich zwölf Mitstreiter gegenüber. Zur Krönung des Publikumslieblings am Dienstag planen die Ranger eine kleine Live-Zeremonie.

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Natürlich bekommen die Bären im Fluss davon nichts mit. "Denen ist es egal, wer gewinnt", sagt Kraft. Gibt es denn einen Preis? Vielleicht eine Extra-Portion Lachs? "Der Gewinner mit dem meisten Fett wird bestimmt einen guten Winterschlaf haben", meint die Rangerin. Das sei die Belohnung. (dpa)

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