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Tierquäler köpft Igel in Dresden

Vier tote Tiere sind im Stadtteil Gorbitz bereits entdeckt worden, eines wurde enthauptet. Die Polizei ermittelt und bitte um Zeugenhinweise.

Von Sandro Rahrisch
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Igel suchen sich derzeit sichere Plätze, um in den Winterschlaf zu gehen. Für vier Tiere war Gorbitz der falsche Ort.
Igel suchen sich derzeit sichere Plätze, um in den Winterschlaf zu gehen. Für vier Tiere war Gorbitz der falsche Ort. © Arvid Müller

Dresden. Die Nächte werden kälter, der Winter naht. Es ist die Zeit, in der sich junge Igel einen kleinen Speckmantel anfuttern, einen ruhigen Platz suchen und in den Winterschlaf gehen. Mindestens vier kleine Igel im Dresdner Stadtteil Gorbitz werden das nächste Frühjahr jedoch nicht mehr erleben.

Die Tiere sind im Bereich Herzogswalder Straße, Ecke Leutewitzer Ring tot aufgefunden worden. Die Polizei geht von Tötungsdelikten aus. SZ-Informationen zufolge soll ein Igel enthauptet worden sein. Entsprechende Bilder liegen der Redaktion vor.

„Es handelt sich in allen Fällen um Igelbabys, nicht schwerer als 200 Gramm“, sagt Annkatrin Hoentzsch, die sich in der Igel-Kita engagiert, ein Verein, der kranke und hilfsbedürftige Igel in Dresden sowie im Umland aufnimmt und wieder aufpäppelt. Viele Tiere seien derzeit noch unterernährt und suchten verzweifelt nach Nahrung. In einem Wohngebiet wie Gorbitz gebe es besonders viele Igel, da sie im Bereich von Müllplätzen oft etwas zu fressen finden würden.

Polizei sucht Zeugen

Hoentzsch war über die Fälle informiert worden und brachte sie zur Anzeige. Ihren Angaben zufolge ereigneten sich die Taten in den vergangenen zwei Wochen. Auch Kinder hätten die toten Tiere entdeckt und seien schreiend davongelaufen. Dass die Tiere durch Kälte oder einen Autounfall starben, hält Annkatrin Hoentzsch für unwahrscheinlich. Bei diesen Temperaturen würden es die Tiere noch schaffen, zu überleben. Im Fall des enthaupteten Igels käme ein Autounfall nicht infrage, da der Kopf scharf abgetrennt wurde. Die Igel-Helferin vermutet, das Tier könnte mit einem Spaten umgebracht worden sein. Gefunden wurden es in der Nähe eines Baucontainers.

„Wir bekommen viele verletzte Igel, die an- und überfahren wurden, und versuchen alle zu retten.“ Hier aber sei jede Hilfe zu spät gekommen. Hoentzsch ist fassungslos und fragt sich, wie ein Mensch nur zu solchen Handlungen fähig sein kann.

Inzwischen ermittelt auch die Polizei wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Von vier getöteten Igel, die auf einer Wiese entdeckt wurden, sprachen die Beamten am Dienstag. Sie suchen Zeugen, die etwas im Zusammenhang mit den Straftaten wahrgenommen haben. Hinweise nehmen die Beamten jederzeit telefonisch entgegen unter 0351 4832233.