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Hilfe, mein Hund frisst Ekelzeug

Tierärzte erklären am Lesertelefon, warum manche Tiere Stinkendes und Kot anderer Hunde lieben und was bei der Ernährung zu beachten ist.

Die meisten Hunde ekeln sich vor den Hinterlassenschaften ihrer Artgenossen.
Die meisten Hunde ekeln sich vor den Hinterlassenschaften ihrer Artgenossen. © www.pixabay.com

Auf der täglichen Gassi-Runde durchs Viertel ist alles entspannt und friedlich. So lange zumindest, bis der Hund abrupt stehenbleibt, interessiert an den Hinterlassenschaften eines anderen Tieres schnuppert, sich darin suhlt oder sie blitzschnell hinunterwürgt. „Das ist eklig, aber ein großes Thema für viele Hundebesitzer“, sagt Dr. Janine Starzonek. Die Tierärztin aus Leipzig hat sich genau wie unsere zweite Fachfrau, Dr. Cornelia Rückert aus Lichtenwalde, auf Ernährung und Diätetik von Heimtieren spezialisiert und Leserfragen im Telefonforum beantwortet.

Warum frisst unser Hund manchmal den Kot anderer Tiere?

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Der Grund dafür ist noch nicht komplett geklärt. Möglich ist, dass er das tut, weil er etwas Neues ausprobieren will oder sich das Verhalten angewöhnt hat, weil Sie als Besitzer darauf reagieren. Das veranlasst ihn, das Kotfressen beizubehalten. Das sollte man ihm abtrainieren. Es könnte aber auch ein Anzeichen dafür sein, dass etwas mit seiner Mineralstoffversorgung nicht stimmt. Die meisten Hunde ekeln sich vor den Hinterlassenschaften ihrer Artgenossen. Dass Katzen-, Reh- oder Kaninchenkot gefressen wird, ist zwar ekelhaft, aber einigermaßen normal. Trotzdem birgt es immer das Risiko, dass der Hund Parasiten aufnimmt.

Unsere achtjährige Hündin hat nach ihrer Kastration 300 Gramm zugenommen und hat ständig Hunger. Worauf muss ich bei der Zubereitung ihres Futters achten?

Mit der Kastration ist infolge einer Stoffwechselumstellung häufig eine Gewichtszunahme zu beobachten. Grundsätzlich wäre es möglich, dass Sie auch weiterhin das Futter selbst zubereiten. Wichtig ist, auf einen niedrigen Fettgehalt zu achten, gleichzeitig sollte ausreichend Protein enthalten sein, um einen Abbau von Muskulatur zu vermeiden. Ein erhöhter Anteil an Faser-, also Ballaststoffen, hilft dabei, dass Ihre Hündin sich satt fühlt. Dadurch nimmt sie keine zusätzliche Energie auf, aber der Magen ist gefüllt. Lassen Sie eine Rationsberechnung durchführen, da auch die Mineralisierung angepasst werden muss. Die reine Kombination aus Protein- und Gemüsequelle ist langfristig für die Spurenelement- und Vitaminversorgung nicht bedarfsdeckend.

Meine Hündin ist lebhaft und hat Spaß an viel Bewegung. Wir füttern Trockenfutter, fürs Training nehmen wir klein gewürfelte Jagdwurst, und zum Knabbern gibt’s Rinderhaut. Wie erkenne ich, ob ich ihr zu viel zu fressen gebe?

An erster Stelle an ihrer Körperform. Wenn Ihre Hündin kurzhaarig ist, sollten Sie in der Seitenansicht eine aufgezogene Bauchlinie und von oben eine Taille erkennen können. Zusätzlich sollten sie die Rippen leicht ertasten können. Sind diese unter einer mehr oder weniger ausgeprägten Speckschicht versteckt, dann ist der Hund zu dick. Zur Überprüfung der Futterration kann man den Energiebedarf des Hundes berechnen. Dann zusätzlich den Energiegehalt des verwendeten Trockenfutters und daraus die benötigte Tagesmenge kalkulieren. Wenn Sie nebenher für Erziehung oder Training viele Leckerchen verfüttern, sollten sie diese von der Tagesration abziehen. Das gilt auch für die getrocknete Rinderhaut, wenn Sie sie häufiger als ein Stück alle zwei Tage verfüttern.

Ich koche meinem Hund selbst das Futter. Welches Fleisch hat wenig Energie?

Sie können das Brustfleisch von Geflügel verwenden, auch die Keulen, wenn Sie die fettreiche Haut entfernen. Vom Rind eignen sich Tatar, Nuss, Ober- oder Unterschale. Meist sieht man, ob die Fleischstücke fettig und durchwachsen sind. Tierische Nebenprodukte aus dem Barfladen können auch sehr fettreich sein.

Wir geben unserem Hund als Erfrischung Wassermelone zu fressen. Müssen wir die Schale abschneiden?

Ja, das würde ich tun, weil man nie weiß, womit sie behandelt wurde. Das Tier würde nicht akut erkranken, wenn es Schale frisst, aber als Vorsichtsmaßnahme sollten Sie sie entfernen.

Unser Hund hat nachmittags breiigen Kot. Ich habe das Futter schon gewechselt, aber das Problem ist geblieben. Was raten Sie mir?

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Das kann mit dem Futter zusammenhängen, muss aber nicht. Wenn Ihr Hund regelmäßig zur gleichen Tageszeit diese Beschwerden hat – bei einem relativ gleichbleibendem Tagesablauf– kann das auch an Stress oder Aufregung liegen. Das muss nichts Negatives sein. Da reicht es mitunter schon, dass er auf der Spazierrunde andere Hunde trifft oder sich viel bewegt. Denn Bewegung und Aufregung stimulieren die Darmtätigkeit. Mit der Fütterung lässt sich das nicht in den Griff bekommen, aber für das Tier ist es auch nicht nachteilig.

Notiert von Susanne Plecher.

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