merken
Wirtschaft

Schweinepest erstmals bei Hausschweinen

Landwirte haben es lange befürchtet: Nun sind die ersten Fälle der Afrikanischen Schweinepest bei Hausschweinen in Brandenburg entdeckt worden.

Seit bald einem Jahr grassiert die Afrikanische Schweinepest auch in Deutschland, betroffen waren bislang allerdings nur Wildschweine.
Seit bald einem Jahr grassiert die Afrikanische Schweinepest auch in Deutschland, betroffen waren bislang allerdings nur Wildschweine. © picture alliance/Andreas Arnold/dpa

Berlin. In Deutschland hat die Afrikanische Schweinepest (ASP) erstmals auf Hausschweine in Nutzbeständen übergegriffen. Labore haben das Virus bei einem Bio-Betrieb im brandenburgischen Landkreis Spree-Neiße mit rund 200 Schweinen sowie bei einem Kleinsthalter mit zwei Tieren im Landkreis Märkisch-Oderland im selben Bundesland nachgewiesen. Das teilten das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sowie das brandenburgische Ministerium für Gesundheit und Verbraucherschutz in der Nacht zum Freitag mit.

Damit liegen auch die Fälle bei Hausschweinen in den bereits von der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen betroffenen Landkreisen nahe der polnischen Grenze. Um die beiden Betriebe sollen jetzt Schutzzonen und Überwachungszonen eingerichtet werden. Sämtliche Tiere in den beiden Beständen würden getötet und unschädlich beseitigt.

PPS Medical Fitness GmbH
Physiotherapie bei PPS Medical Fitness
Physiotherapie bei PPS Medical Fitness

Krankengymnastik, Bewegungsbad, physikalische Therapie, Lymphdrainage, Massagen, Outdoor-Training - PPS Medical Fitness ist für Ihre Unterstützung rundum aufgestellt.

"Wichtig ist nun, dass wir zügig die Ursache für den Eintrag in die Schweinebestände finden, damit wir wissen, welchen Weg das Virus genommen hat", teilte Landesministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) mit. "Dass die Fälle offenbar schnell gefunden wurden zeigt, dass das Tierseuchenmonitoring funktioniert."

Zweiter Zaun geplant

Seit bald einem Jahr grassiert das Virus auch in Deutschland, betroffen waren bislang allerdings nur Wildschweine. Fast 1.270 Fälle wurden laut Ministerium allein in Brandenburg nachgewiesen. Die Schweinepest ist für Menschen ungefährlich. Für Schweine ist das hochansteckende Virus aber in der Regel unheilbar und tödlich. Eine Impfung gibt es bislang nicht.

Weiterführende Artikel

Weitere Hausschweine haben Schweinepest

Weitere Hausschweine haben Schweinepest

Hausschweine sind in einem dritten Betrieb in Brandenburg von der Afrikanischen Schweinepest befallen. Die Politik reagiert auf Kritik der Bauern.

Sachsen weitet Schweinepest-Sperrzonen aus

Sachsen weitet Schweinepest-Sperrzonen aus

Große Teile der Landkreise Bautzen und Görlitz sowie ein Teil von SOE gelten als gefährdetes Gebiet oder Pufferzone. Diese Regeln gelten dort jetzt.

Kreis Bautzen: Schweinepest rückt immer näher

Kreis Bautzen: Schweinepest rückt immer näher

Bisher blieb der Landkreis von der Tierseuche verschont. Doch es gibt Kritik an den Schutzmaßnahmen.

Sorge über Schweinepest wächst in Sachsen

Sorge über Schweinepest wächst in Sachsen

Bauern und sächsische Jäger wollen mehr Wildschweine schießen. Heute wird ein Staatssekretär für die Seuche zuständig gemacht.

Landwirte und Masttierhalter fürchteten daher schon lange, dass die Krankheit von den Wildtieren auch auf Nutzschweine übergreifen würde. Die Seuche hat sich über Osteuropa nach Deutschland ausgebreitet. Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen haben deshalb bislang einen rund 670 Kilometer langen ASP-Schutzzaun nach Polen und Osteuropa gebaut. Ein zweiter Zaun ist in Planung. Nonnemacher appellierte an die Landwirte, "die strengen Biosicherheitsmaßnahmen strikt weiter einzuhalten, gerade auch in Kleinstbetrieben, um weitere Ausbrüche in Hausschweinehaltungen zu verhindern". (dpa)

Mehr zum Thema Wirtschaft