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Deutschland & Welt

Schmetterlinge meiden Städte meist

Wie wirken sich kleine Blühoasen in unseren Städten auf Schmetterlinge und andere Insekten aus? Forscher sind der Frage nun nachgegangen.

Ein Tagpfauenaugen sitzt auf blühenden Astern.
Ein Tagpfauenaugen sitzt auf blühenden Astern. © dpa/Stephan Jansen

Halle/Jena/Leipzig. In vielen Städten mühen sich Menschen, kleine Blütenoasen für Schmetterlinge und andere Insekten zu schaffen. Eine Untersuchung zeigt nun: Ein Großteil der Schmetterlingsarten meidet Städte dennoch.

Mit der fortschreitenden Urbanisierung seien solche Spezies wohl am meisten im Gefahr, erläutern die Forscher um Corey Callaghan vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) in der Fachzeitschrift "Global Change Biology". Die geringste Affinität zum Stadtleben zeigt demnach der Kleine Maivogel (Euphydryas maturna).

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Die Wissenschaftler hatten über 900.000 Einträge zu 158 Schmetterlingsarten in Europa aus der Datenbank "Global Biodiversity Information Facility" (GBIF) ausgewertet, einem Portal für Biodiversitätsdaten, in das auch ehrenamtliche Angaben einfließen. Die Daten zeigen demnach, dass fast 80 Prozent der untersuchten Schmetterlingsarten die Städte meiden. 25 der 158 Arten kamen im städtischen Umfeld häufiger vor als in anderen Lebensräumen, vor allem der Gelbe C-Falter (Polygonia egea).

"Überraschend war, dass wir so klare Muster über den gesamten europäischen Kontinent hinweg gefunden haben", erklärte Callaghan. Nur Generalisten, die große Temperaturschwankungen tolerieren und sich von vielen verschiedenen Pflanzen ernähren, profitieren den Forschern zufolge voraussichtlich von menschlich geprägten Lebensräumen.

Der Großteil der Arten hingegen dürfte von der starken Ausbreitung städtischen Raumes gefährdet sein. Weltweit werde bis 2050 ein Zuwachs der Siedlungen und Städte von zwei bis drei Millionen Quadratkilometern prognostiziert. Natürliche und naturnahe Lebensräume würden durch urbane Lebensräume mit völlig neuen Bedingungen ersetzt. Stadt- und Regionalplaner sollten verstärkt das Vorkommen von Nahrungsarten und Wirtspflanzen besonders spezialisierter Schmetterlingen sicherstellen, raten die Forscher. Und ganz umsonst sind auch die Mühen von Hobby-Gärtnern nicht. Sie sollten zur Unterstützung der Schmetterlinge vor allem heimische Pflanzen anpflanzen. (dpa)

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