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Wieder Wölfe in Dresden gesichtet

In der Heide sind die Wölfe unterwegs. Immer wieder kommt es auch zu Rissen von Schafen und anderen Tieren. Doch manchmal ist der Wolf auch unschuldig.

Ein Wolfsrudel siedelte sich in der Dresdner Heide an.
Ein Wolfsrudel siedelte sich in der Dresdner Heide an. © Symbolfoto: dpa/Swen Pförtner

Dresden. Der Wolf ist schon seit ein paar Jahren zurück in Dresden. Und damit kommt es auch immer wieder zu Rissen von Schafen und Ziegen. Nun gibt es neue Fälle. Doch so ganz klar dem Wolf zuzuordnen sind sie nicht.

"Unserer Fachstelle Wolf wurden zwei Schadensfälle an Nutztieren gemeldet: am 13. Januar und am 3. Juni", sagt Falk Hofer, Sprecher im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Am 13. Januar wurden zwei Schafe getötet und ein weiteres verletzt. Allerdings war der Wolf hier unschuldig: "Unsere Rissbegutachter haben den Wolf als Verursacher ausgeschlossen. Hinweise deuteten auf einen Hund als Verursacher hin", sagt Hofer.

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Am 3. Juni wurde ein Schaf in Dresden vermisst, doch dessen Kadaver wurde nicht gefunden. Deshalb ist nicht ganz klar, ob der Wolf als Verursacher infrage kommt.

Dieses Jahr sind außerdem aus dem Stadtgebiet 20 Meldungen über Wolfssichtungen bei der Fachstelle Wolf des Ministeriums eingegangen. "Dabei handelt es sich um 16 Sichtungsmeldungen und vier Fotofallenbilder", so Hofer. Die Sichtungen fallen zum Großteil in das östliche und nordöstliche Gebiet der Dresdner Heide. Bei manchen Sichtungen kann der Wolf nicht mit Sicherheit bestätigt werden, da keine Foto- oder Videonachweise vorliegen.

2020 hatte es immer wieder Wolfsrisse in Dresden gegeben. Am 3. September war ein Alpaka von einem Wolf gerissen worden. Am selben Tag war auch ein Schaf getötet worden. Laut Karin Bernhardt vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie ist in beiden Fälle der Wolf als Verursacher relativ sicher.

Am 19. September wurden in Dresden vier tote Schafe gefunden, hier sei aber noch unsicher, ob sie Opfer des Wolfes geworden sind. Bereits am 22. März des vergangenen Jahres waren der Fachstelle Wolf zwei tote und ein vermisstes Schaf in Schönfeld-Weißig gemeldet worden. Sie führte noch am selben Tag eine Begutachtung durch. Die Herde bestand damals ursprünglich aus vier Tieren, drei weiblichen Schafen und einem Bock.

Tierhalter müssen Herden besser schützen

Das Problem ist immer wieder, dass die Mindestschutzanforderungen an die Zäune nicht erfüllt sind und dadurch die Besitzer keine Entschädigung für ihre toten Tiere bekommen. Das Landesamt appellierte schon mehrfach an die Besitzer von Schafen, ihre Herden besser zu schützen. Die entsprechenden Zäune würden zu 100 Prozent gefördert und es gebe eine Herdenschutzberatung. Nutztiere seien für den Wolf leichtere Beute als Wildtiere, wenn sie nicht ausreichend geschützt sind.

Laut dem Naturschutzbund Nabu leben seit dem Jahr 2000 wieder Wölfe in Deutschland. War der Nachweis des ersten Rudels in Sachsen noch eine Sensation, habe sich der Umgang mit dem neuen Nachbarn vielerorts normalisiert. Mittlerweile leben etwa 128 Rudel, 35 Paare und zehn Einzeltiere in Deutschlands freier Natur, so die Einschätzung. Der Nabu sieht in der ansteigenden Wolfspopulation ein Zeichen dafür, dass es auch für schon mal ausgerottete heimische Tierarten heute wieder genügend Lebensraum gibt.

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