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Vier neue Wolfsrudel in der Lausitz

In Sachsen sind es jetzt 29 Wolfsgebiete. Die Tiere dort vermehren sich stark. Die Folge: Die Wölfe breiten sich über Sachsen aus.

Der Wolf breitet sich in Sachsen weiter aus.
Der Wolf breitet sich in Sachsen weiter aus. © Stefan Seidel

Die Wölfe verbreiten sich in Sachsen weiter aus, besonders in der Lausitz. Inzwischen ist aber auch der Nordosten Sachsens besiedelt, und im Erzgebirge gab es ebenfalls mehr bestätigte Nachweise, wenn sich die Rudel dort auch stärker auf tschechischer Seite aufhalten. Dieses Fazit zieht das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie nach der Auswertung der Wolfssichtungen zwischen 1. Mai 2019 und 30. April 2020. 

Unsicherheiten bei vier Rudeln

Demnach haben sich in der Lausitz vier neue Rudel angesiedelt: Neukollm und Hohwald (beide Landkreis Bautzen), Daubitz II und  Rauden (Landkreis Görlitz). Eine Entwicklung, die es schon in den Vorjahren gab.  In vier weiteren Gebieten Sachsens gibt es vereinzelte Nachweise, die auf ein Wolfsvorkommen schließen lassen. 

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Dazu gehören der Wermsdorfer Forst (Nordwestsachsen bei Oschatz), der Raum Marienberg (Erzgebirgskreis), Moritzburg (Landkreis Meißen) und Weißwasser (Landkreis Görlitz). Die sächsischen Wolfs-Experten sind sich aber unsicher, ob es dabei um Einzeltiere, ein Paar oder ein Rudel handelt und sich Wölfe dort bereits angesiedelt haben oder sie nur durchzogen. Das soll in den nächsten Monaten weiter beobachtet werden.

Unklar ist auch die Lage in den beiden bestätigten Wolfsterritorien Gohrischheide (Landkreis Meißen) und Stolpen-Hohnstein (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge). Hier liegen nicht genügend Nachweise für ein dauerhaftes Wolfsvorkommen vor.  

96 Welpen in 26 Rudeln

Insgesamt hat es im Monitoringjahr, das sich an das biologische Wolfsjahr anlehnt und daher immer von Anfang Mai bis Ende April des nachfolgenden Jahres reicht, in 26 Rudeln Nachwuchs gegeben. Zusammen macht das 96 Welpen. Besonders zahlreich vermehrten sich die Tiere im Rudel Knappenrode II (Landkreis Bautzen), Neustadt/Spremberg (Grenze zwischen Sachsen und Brandenburg) und Nochten (Landkreis Görlitz). Hier belegen Fotoaufnahmen und genetische Untersuchungen Doppelreproduktionen. Dazu kann es zum Beispiel kommen, wenn eine junge  erwachsene Wölfin im elterlichen Rudel ebenfalls Nachwuchs bekommt und so aus zwei Generationen Welpen aufgezogen werden.

Doch der Wolfsbestand in Sachsen nahm nicht nur zu. 24 Wölfe wurden tot aufgefunden. In 18 Fällen starben die Tiere nach einem Verkehrsunfall, drei Wölfe verendeten auf natürlichem Wege. Darunter war die Wölfin "Lotta", die ein Senderhalsband trug. Sie wurde vermutlich bei Revierkämpfen schwer verletzt. Sie hatte starke Bisswunden. Lotta gehörte zum Neustädter Rudel. Sie war zum Zeitpunkt des Todes trächtig - als Tochter in einer Wolfsfamilie. Ein anderer Wolf wurde im Dezember 2019 illegal getötet. Bei zwei Tieren ist die Todesursache unklar.

In diesem Jahr bereits Nachwuchs in 17 Rudeln

Im aktuell laufenden Monitoringjahr, das am 1. Mai 2020 begann und noch bis 30. April 2021 andauert, konnte das Sächsische Landesumweltamt  bereits in 17 Rudeln Nachwuchs feststellen. Zuletzt sorgten auch Wolfsrisse bei Dresden sowie im Raum Großenhain für Aufregung. In manchen sächsischen Landkreisen ging aber die Zahl der Wolfsrisse zurück. 

Und es gibt neue Daten von den Wölfen "Juli" und "Peter", die mit einem Sender am Halsband ausgestattet sind. So hatte "Juli" im März Sachsen verlassen und hält sich seither zwischen Anklam und Friedland in Mecklenburg-Vorpommern auf. Offensichtlich ist sie dort sesshaft geworden.

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