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Drei Oberlausitzer Wölfe tragen Sender

In diesem Frühjahr wurden weitere Tiere mit Halsbändern versehen. Was die verraten und wie die Wölfe sie wieder loswerden.

Im Frühjahr wurden drei Wölfe aus der Oberlausitz mit Sendern ausgestattet.
Im Frühjahr wurden drei Wölfe aus der Oberlausitz mit Sendern ausgestattet. © Symbolfoto: dpa/Swen Pförtner

Bautzen. In diesem Frühjahr konnten in Sachsen weitere Wölfe mit Senderhalsbändern ausgestattet werden, und zwar Cora, Rona und Lea. Cora hat ihr Halsband allerdings bereits nach kurzer Zeit wieder verloren. "Zusammen mit dem Wolfsrüden Peter, der im April 2020 einen Sender bekam, liefern damit aktuell drei Wölfe Daten für das sächsische Wolfsmonitoring", berichtet die Fachstelle Wolf des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Dresden.

Die drei kürzlich mit Sendern ausgestatteten Wolfsfähen stammen aus der Oberlausitz. Cora und Rona wurden im östlichen Teil des Truppenübungsplatzes Oberlausitz gefangen. Das Gebiet gehört zum Territorium des Rudels Daubitz II. Cora wurde 2020 in diesem Rudel geboren. Ob es sich bei der etwa ein Jahr älteren Rona um ihre große Schwester handelt, wird zurzeit genetisch untersucht.

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Die Wölfin Cora wurde im März dieses Jahres mit einem Senderhalsband ausgestattet und dazu kurzzeitig betäubt. Das Foto zeigt sie in der Aufwachphase danach.
Die Wölfin Cora wurde im März dieses Jahres mit einem Senderhalsband ausgestattet und dazu kurzzeitig betäubt. Das Foto zeigt sie in der Aufwachphase danach. © Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft u

Cora sendete schon nach kurzer Zeit keine Bewegungssignale mehr. Ihr stark zerbissenes Halsband konnte gefunden werden. Wahrscheinlich ist es der Wölfin bei Rangeleien mit einem anderen Rudelmitglied über die Ohren gezogen worden, vermutet die Fachstelle. Bei der dritten besenderten Wölfin Lea handelt es sich um einen elf Monate alten weiblichen Welpen aus dem Gebiet des Nochtener Rudels.

Aus den Daten, die regelmäßig vom Rüden Peter aus dem Mulkwitzer Rudel eingehen, ist erkennbar, dass das von ihm genutzte Territorium eine Fläche von rund 88 Quadratkilometern umfasst. Er hat aber auch schon Abstecher nach Südbrandenburg und in die rekultivierten Tagebauflächen südlich von Weißwasser unternommen.

Cora hat ihr Senderhalsband schon nach kurzer Zeit verloren. Es konnte aber gefunden werden.
Cora hat ihr Senderhalsband schon nach kurzer Zeit verloren. Es konnte aber gefunden werden. © Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft u

Auch von der sächsischen Wölfin Juli, die im Juli 2019 einen Sender bekam und Anfang 2020 nach Mecklenburg-Vorpommern abgewandert war, gibt es Neuigkeiten. Sie hatte sich seit April 2020 dauerhaft im Gebiet des Landgrabentals zwischen Friedland und Anklam aufgehalten, bis ihr Sender im November verstummte. Seitdem war das Schicksal der Wölfin ungewiss.

Jetzt konnte sie auf Videoaufnahmen im Bereich des Landgrabentals anhand ihres Halsbandes identifiziert werden. "Die Aufnahmen zeigen sie mit einem zweiten Wolf, was darauf schließen lässt, dass sie einen Partner gefunden hat", berichtet die Fachstelle Wolf. Gegebenenfalls werde mit dem Paar in der Region ein neues Rudel entstehen. Julis Halsband war vermutlich verstummt, weil der Akku zu schwach wurde.

Halsbänder öffnen sich nach zwei Jahren automatisch

Die Halsbandsender liefern etwa zwei Jahre lang Daten. Ein spezieller Mechanismus öffnet das Band zwei Jahre nach der Aktivierung automatisch. Zum einen kann der Wolf auf diese Weise wieder ohne Halsband herumstreifen, zum anderen sind darauf Daten gespeichert, die die Forscher nur direkt über das Halsband auslesen können. Das abgefallene Senderhalsband ist entweder über das letzte Ortungssignal oder mithilfe einer Handantenne zu finden.

Das Landesprogramm zur Ausstattung von Wölfen mit Sendern wird im Auftrag des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie und vom Lupus Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland durchgeführt. Besonders in Gebieten mit einem dichten Wolfsbestand wie der Oberlausitz lassen sich laut der Fachstelle Wolf aus den Daten wichtige Erkenntnisse ziehen: von der Größe über die Lage und die Nutzung eines Wolfsterritoriums bis hin zum Abwanderungsverhalten junger Tiere. Wolfssichtungen sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Monitorings. Sie können ab sofort online gemeldet werden. (SZ)

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