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War der Wolf in Struppen?

Ein Jäger wollte einen Film über Wildschweine drehen und entdeckte etwas ganz anderes. Die Fachleute sind vorsichtig mit einer Bestätigung.

Der Wolf eroberte weitere Reviere. Ist nun eines in Struppen dazu gekommen?
Der Wolf eroberte weitere Reviere. Ist nun eines in Struppen dazu gekommen? © dpa

+++ update 8. Juli: Das Umweltministerium hat das Video analysiert. Dessen Qualität durch die Wärmebildaufnahme und die Entfernung zum Tier lassen keine eindeutige Aussage zu. Es kann also weder mit Sicherheit bestätigt werden, dass es ein Wolf war noch wird es ausgeschlossen. Die Fachstelle Wolf hat mit dem Jäger Kontakt aufgenommen und ihn gebeten, auf weitere Wolfhinweise wie Losungen und Trittspuren in der Gegend zu achten und diese zu melden.

Nachts halb drei pirschte Ivo Teichmann am 1. Juli mit einem Freund durch die Gegend um Struppen und Langenhennersdorf. Der Jäger und der Filmer wollten Wildschweine in Weizenfeldern aufnehmen. Wildschweine sahen sie, aber auch etwas, was sie nicht vermuteten: einen Wolf.

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Er stand im Weizenfeld am Straßenrand in Richtung Langenhennersdorf und setzte sich dann auch unter eine Leiter. Die Bachen, die mit ihren Frischlingen unterwegs waren, verhielten sich in der Nähe des Wolfs sofort anders, sagt Teichmann. Der Jäger hat ihre Alarmstellung erkannt. Offenbar seien sie dem Wolf nicht das erste Mal begegnet, vermutet er. Dafür spricht auch, dass der Wolf sich nicht so verhalten habe, als ob er nur durchgezogen ist. Am Ende habe sich der Wolf noch erfolgreich ein Schwein gejagt.

Für die Fachstelle Wolf beim Sächsischen Umweltministerium ist die Struppener Wolfsmeldung die erste aus diesem Gebiet. Entlang der linkselbischen Seite der Sächsischen Schweiz gab es in diesem und dem vergangenen Jahr nur sehr wenige, vereinzelte Meldungen von möglichen Wolfssichtungen, sagt Falk Hofer, Referent für Öffentlichkeitsarbeit. Für eine dauerhafte Anwesenheit von Wölfen im linkselbischen Gebiet um Struppen liegen bisher keine Hinweise vor. Dennoch ist auch außerhalb bestätigter Wolfs-Territorien damit zu rechnen, dass der Wolf auftaucht. Schließlich vergrößert er seit Jahren seinen Radius. In Gamig und Heidenau hatte sich der Wolfsverdacht in den vergangenen Jahren jedoch nicht eindeutig bestätigt. Die Fachstelle des Ministeriums ist nun dabei, das aktuelle Video zu analysieren.

Freistaat bezahlt Schutz von Ziegen und Schafen

Der erste Wolf in Struppen/Langenhennersdorf ist für Jäger Teichmann und das Ministerium Anlass, Tierhalter auf Schutzmaßnahmen hinzuweisen. Die Schafhalter in Struppen, der Ziegenhirte in Königstein und auch alle anderen Halter sollten ihre Weidetiere schützen. Die Schutzmaßnahmen für Schafe und Ziegen werden komplett vom Freistaat gefördert. Zum Thema Schutz vor Wolfsübergriffen, Herdenschutz und Förderung lädt die Fachstelle Wolf am 21. Juli, 16 Uhr, in Frauenstein zu einer Schulung für Kleinst- und Hobbytierhalter von Schafen und Ziegen ein. Mehr Informationen zur Veranstaltung und zum Thema Schutz gibt es auf der Internetseite www.wolf.sachsen.de.

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Über diese Seite können auch Sichtungen von Wölfen und Hinweise gemeldet werden. Das ist auch telefonisch unter 035242 6318201 möglich. Nutztierrisse, bei denen der Wolf als Verursacher vermutet wird, sowie tote oder verletzte Wölfe sollten möglichst schnell über die kostenlose 24-h-Hotline 0800 5550666 (für alle Anrufe aus dem deutschen Telefonnetz; Anrufe mit unterdrückter Rufnummer werden blockiert) gemeldet werden.

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