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Tierisch anbaden

Das Riesaer Tierheim hat sich einen Hundepool gebaut. Doch an das Wasser müssen sich die Vierbeiner noch gewöhnen.

© Klaus-Dieter Brühl

Von Britta Veltzke und Stefan Lehmann

Riesa. Ausgelassen tobt die weiße Hündin Persa über den Hundespielplatz hinter dem Tierheim. Selbstbewusst rauft sie sich mit den anderen Vierbeinern. Doch als Monika Steinchen sie mit Leckerlis in den Hundepool – die neue Attraktion des Hundespielplatzes – locken will, wird Persa plötzlich ganz vorsichtig. Pfote um Pfote setzt sie in das kalte Wasser, läuft der Hand mit dem Leckerli hinterher, langsam die Rampe runter, immer tiefer. Dann steht sie im Pool, bis zum Bauch im Wasser – der erste Hund, der sich ganz hineinwagt.

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Doch dann springt sie auch schon wieder ganz schnell aus dem gefliesten Bassin. Das weiße Fell tropft, als die Hündin zurück auf der Wiese steht. Monika Steinchen, die mit Kari selbst eine Hündin aus dem Tierheim hat, ist häufig als Ehrenamtliche draußen in Göhlis. Gerade hat sie zeitweise die Hündin Biene aufgenommen, die in einem erbärmlichen Zustand als Fundtier ins Tierheim gekommen ist und nun dringend eine Operation braucht (SZ berichtete). Ihre eigene zwölf Jahre alte Mischlingshündin ist an diesem Tag noch wasserscheuer als manch anderer Hund. „Normal ist das nicht. Sonst geht sie auch in die Elbe.“ Aus diesem Grund ist Monika Steinchen mit Kari auch extra zur Pooleinweihung ins Tierheim gefahren – quasi, damit die Hündin Modell stehen kann fürs Foto. Doch sie traut sich höchstens mit den Vorderpfoten hinein.

Aber will man das überhaupt – einen nassen Hund? Monika Steinchen winkt ab. „Das riecht man irgendwann gar nicht mehr.“ Gerade in den heißen Sommermonaten würden die Tiere unter der Hitze leiden. Bisher verschafften alte Zinkwanne im Tierheim Abhilfe, erklärt Tierheimleiter Uwe Brestel. „Manche Hunde verbringen bei hohen Außentemperaturen viel Zeit in diesen Wannen.“ Die in den Boden eingelassene Alternative bietet deutlich mehr Platz: Gute drei Meter lang und etwa zwei Meter breit ist das neue Becken. Über die Schräge sollen die Tiere bequem aus dem Pool ein- und aussteigen können. Wobei sich über den neuen Luxus nicht jeder bellende Tierheim-Bewohner freuen wird. „Es gibt auch Hunde, die ganz wasserscheu sind und nie freiwillig in den Pool gehen werden“, sagt Tierheimchef Uwe Brestel. Die Kosten für den Swimmingpool hat der Tierschutzverein, der das Heim betreibt, aus eigener Tasche bezahlt. Weil die Fliesen schon vorhanden waren und die Handwerkerarbeiten in Eigenregie übernommen wurden, hält sich der finanzielle Aufwand aber in Grenzen. Einen Großteil der Arbeiten haben Freiwillige und Mitglieder des Tierschutzvereins erledigt und Leute, die ihre Sozialstunden im Tierheim ableisten.

Während der Hundepool nun endlich fertig ist, laufen nach wie vor die Arbeiten an der Quarantänestation. Die sollte eigentlich längst fertig sein. Doch die Arbeiten verzögern sich, weil die Auftragsbücher der Firmen voll sind. Was die Mitglieder des Tierschutzvereins selbst machen können, erledigen sie: „Fliesen, die Decke abhängen. Das machen wir, aber alles können wir nicht machen“, so Brestel. Er hofft, dass die Quarantänestation fertig wird, bevor der nächste Winter kommt. Doch an Kälte will bei der Pooleinweihung gerade niemand denken.