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Tierische Aufgabe

Der Tiergarten in Höckendorf sucht weitere Helfer. Was die Arbeit mit sich bringt und wie die Anforderungen aussehen.

© Frank Baldauf

Von Anja Ehrhartsmann

Höckendorf. Der Rasenmäher brummt gemächlich vor sich hin. Dominik Wendschlag, der Anfang August mit seinem Bundesfreiwilligendienst im Tiergarten Höckendorf angefangen hat, ist auf den Grünflächen abseits der Gehege zugange. „Mir gefällt’s hier“, so sein Fazit nach den ersten Arbeitswochen. „Es ist jeden Tag beinahe wie Urlaub für mich, draußen zu sein an der frischen Luft ist sehr entspannend“, sagt der 29-Jährige und schmunzelt. Neben Rasenmähen gehört es zu seinen Aufgaben, den Mist in den Tiergehegen aufzusammeln, bei Reparaturarbeiten zur Hand zu gehen und dem Tierpfleger beim Füttern zu helfen. Aber es gibt auch Grenzen. „Manche Sachen kann ich nicht machen, wie zum Beispiel die Ohrmarken stechen, ich bin eher der Helfer.“

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Dominik Wendschlag wohnt in Borlas. Er sei gerade auf Jobsuche gewesen, als er von der freien Stelle hörte. Für ein Jahr arbeitet er nun 22,5 Stunden an sechs Tagen in der Woche im Tiergarten mit. Dass er dabei auch am Wochenende ran muss, störe ihn nicht, obwohl das erst mal eine Umstellung war. Die Arbeit mit Tieren macht ihm Spaß, ein erklärtes Lieblingstier hat er bisher aber nicht. „Ich mag alle Tiere hier. Jedes hat seine Eigenheiten, der Bulle zeigt gern seine Kraft, die Schafe sind eher schreckhaft und den Rindern muss man zeigen, wer das Sagen hat“, sagt er mit einem Augenzwinkern. „Wichtig ist es, keine Angst zu haben, man muss auf die Tiere zugehen“, so sein Tipp. Dem pflichtet auch Roland Bürger bei, der seit rund einem Jahr im Tiergarten mitmacht, zum Beispiel dann, wenn Tierpfleger Frank Stübs im Urlaub ist. Der 68-jährige Rentner hat 49 Jahre mit Tieren gearbeitet, hauptsächlich mit Kühen und Schafen. „Bei den Kleintieren kommt man schnell rein“, sagt er.

Der Arbeitstag im Tiergarten beginnt schon frühmorgens. „Ich bin meist schon um kurz nach 7 Uhr da. Dann schaue ich erst mal, ob alle gesund sind, und füttere die Tiere“, sagt Roland Bürger. Dominik Wendschlag hilft ihm dabei. Ihren Rundgang beginnen sie vorne am Eingang, bei der Voliere der Fasane und Vögel. Von dort geht es weiter zu den Meerschweinchen, Hasen, Schweinen, Ponys und Ziegen. Insgesamt gilt es, mehr als 50 Tiere zu versorgen. Anschließend müssen notwendige Reparaturen erledigt werden, an diesem Tag stand etwa der Weidezaun der Kühe auf der Liste, der ausgebessert und umgesetzt werden musste.

Jede helfende Hand ist willkommen. „Unsere Tiere müssen sieben Tage die Woche versorgt werden“, sagt Lars Furkert, Vorsitzender des Tiergartenvereins. Wer mithelfen will, sollte tierlieb und gerne draußen sein. Speziell werde momentan ein zusätzlicher Bundesfreiwilligendienstler gesucht, der seinen Vertrag dann bei der Gemeinde Klingenberg unterschreibt.

In den vergangenen Jahren konnten bereits mehrere Helfer auf diese Art gewonnen werden, sagt Bürgermeister Torsten Schreckenbach (BfK). Das Angebot gelte ab sofort. Bei unter 27-Jährigen hat die Arbeitswoche 40 Stunden, Ältere können ab 20 Stunden pro Woche ihren Dienst leisten. Es gibt auch ein kleines Taschengeld, je nach Alter und Stundenzahl zahlt die Gemeinde zwischen 250 und circa 360 Euro im Monat.

Wer Interesse hat, kann sich telefonisch an die Gemeindeverwaltung wenden unter 035055 6800.