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Tierischer Kupferdieb im Tierheim

Die Tierschützer haben es oft mit traurigen Schicksalen zu tun. Ab und zu gibt es etwas zu lachen. Dafür sorgte ein Hamster.

© Dietmar Thomas

Von Sylvia Jentzsch

Ostrau/Hartha. Ein Teddyhamster hat eine aufwendige Freizeitbeschäftigung gefunden und dabei die Mitarbeiter des Ostrauer Tierheimes zum Lachen gebracht. Das kuschlige Tier wurde in einem Terrarium untergebracht. In diesem befand sich eine Heizmatte, die nicht angeschlossen war. „Wir bekamen den Hamster nur sehr selten zu sehen. Deshalb fragte ich mich, was er wohl in seiner Hütte macht und hob sie an“, erzählte Tierheimleiterin Marlies Przybilla. Dabei entdeckte sie, dass der Hamster die Matte auf seine Art und Weise untersucht haben muss. Denn der Tierheimleiterin spießten die Drähte der Matte entgegen. „Die Isolation war fein säuberlich entfernt worden“, so Marlies Przybilla.

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Nur eine der Bartagamen hat überlebt. Sie wird jetzt von Harthaer Oberschülern versorgt.
Nur eine der Bartagamen hat überlebt. Sie wird jetzt von Harthaer Oberschülern versorgt. © André Braun/Archiv

Eine gute und eine schlechte Nachricht hat sie zu den beiden Bartagamen, die im November ins Tierheim gebracht wurden. Eine Döbelnerin hatte die Tiere beim Aufräumen gefunden und abgegeben. Im Tierheim waren die beiden exotischen Echsen in einem Terrarium untergebracht, das von einem Heizstrahler auf kuschlige 30 Grad gebracht wird. Die Tiere waren in keinem guten Zustand. „Die kleinere Bartagame hat es nicht geschafft“, sagte die Tierheimleiterin.

Dafür hat die größere ein neues Zuhause gefunden. Aufgrund des Berichtes im Döbelner Anzeiger meldete sich ein Vertreter der Harthaer Oberschule. Dort gibt es die Arbeitsgemeinschaft angewandte Biologie. In einem Terrarium lebt dort bereits eine Bartagame. Der Findling aus dem Ostrauer Tierheim hat noch mehr Gesellschaft. Die Aquarien wurden alle als Artenbecken angelegt, in denen Raubfische oder Malawi-Cichliden leben. Dabei handelt es sich um Buntbarsche. Versorgt werden die Tiere zurzeit von der Sekretärin Manuela Henke und den Schülern Tobias Lange und Luis Granda Blanco. Sie freuen sich über das neue Tier aus dem Ostrauer Tierheim, das bei ihnen gut aufgehoben ist.

245 Hunde aufgenommen

Im vergangenen Jahr hat das Ostrauer Tierheim 254 Hunde aufgenommen. 95 Prozent davon wurden an einen neuen Halter vermittelt. Wie viele der 340 Katzen ein neues Zuhause gefunden haben, kann die Tierheimleiterin nicht genau sagen. Tiere, die schwer vermittelt werden können, bleiben im Tierheim oder auf dem Freigelände. Wilde Gartenkatzen zum Beispiel werden nur sterilisiert und den Gärtnern zurückgegeben. „Da gibt es keine Probleme. Die Leute haben sich darauf eingestellt. Schließlich können wir Katzen, die im Freien gelebt haben, nicht an Leute vermitteln, die sie in einer Wohnung halten wollen“, so Marlies Przybilla.

Ihre Statistik zeigt, dass es weniger Fundkatzen als in den vergangenen Jahren gibt. Sie ist der Meinung, dass die jahrelange Arbeit bezüglich der Sterilisation von teilweise frei lebenden Katzen Früchte trägt. Es sei allerdings sehr schwierig, die Kosten dafür aufzubringen. Möglich ist das nur durch Fördergeld und Spenden. „Wir erhalten vom Gericht viel Unterstützung. Das heißt, wenn ein Bußgeld ausgesprochen wurde, sind, wir diejenigen, die davon profitieren“, so die Tierheimleiterin. Wichtig sei die gute Zusammenarbeit mit den Tierärzten in Oschatz und Ostrau.

Neben der Pflege und Versorgung der Tiere bereiten die Tierschützer mit anderen Vereinen das 25-jährige Bestehen des Tierheimes am Wiesengrund vor. Gefeiert werden soll das Frühlingsfest am 21. Mai.