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Tierschützer gehen ans Eingemachte

Mindestens zwei höhere Rechnungen muss der Verein in den nächsten Monaten bezahlen. Außer der Reihe darf dann nicht mehr viel passieren.

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© André Braun

Von Heike Heisig

Leisnig. An manchen Tagen ist Rosi Pfumfel die Last schon anzumerken. Nicht nur, dass die Leisnigerin gesundheitlich angeschlagen ist. Die Rentnerin macht sich auch Sorgen darum, dass das Tierheim am Eichberg weiterhin so gut wie bisher über die Runden kommt. Rosi Pfumfel ist Vorsitzende des Vereins Tiernothilfe für Leisnig und Umgebung. Der Verein betreibt das Tierheim am Eichberg. Mit Mitgliedsbeiträgen von etwas mehr als 5 000 Euro im Jahr ist das nicht zu bewerkstelligen. Denn zwischen 80 000 und 100 000 Euro kostet es jährlich, die Tiere zu versorgen, ihnen ärztliche Hilfe zuteil werden zu lassen, das Heim zu bewirtschaften und die Mitarbeiter zu bezahlen.

Eine große Last ist Rosi Pfumfel in diesem Frühjahr schon von den Schultern genommen worden: die Beräumung des Hanges über dem Heimgelände. Die Gefahr, dass Teile der Bäume oder Gestein abbricht und auf das Heimgelände fallen, ist zumindest vorläufig gebannt. Die Finanzierung konnte geklärt werden. Nun läuft schon die nächste Investition. „Wir brauchten eine neue Einzäunung des Freigeländes, auf dem auch die Hunde ihren Auslauf haben“, sagt die Vereinsvorsitzende. Der bisherige Zaun konnte Anfang der 1990er-Jahre angeschafft und aufgestellt werden. Das Geld dafür hatte der damalige Landrat Klemens Lipus (CDU) spendiert. Kostenpunkt damals: 5 000 Mark. Im Laufe der Jahre war der plastebeschichtete Maschendraht porös geworden, musste mehrfach repariert werden. Mit der Erneuerung haben die Tierschützer die Handwerker des Montage- und Dienstleistungsservice Geißler aus Brösen beauftragt. Sie bringen für rund 8 000 Euro einen Doppelstahlmattenzaun samt neuer Toranlage ein, „die auch den heutigen Sicherheitsbestimmungen entspricht“, erklärt Rosi Pfumfel. Sie hofft, dass die Arbeiten bis zum Wochenende abgeschlossen sind. Für Montag hat sich zum wiederholten Mal ein Fernsehteam angekündigt, das für die MDR-Sendung „tierisch, tierisch“ drehen will.

Ist das passiert, hofft die Heimleiterin, dass es mit dem Abwasseranschluss an das öffentliche Netz weitergeht. Die schon 2016 begonnenen Arbeiten waren ins Stocken geraten. Sind sie zu Ende gebracht, wird dem Verein wohl eine Rechnung über rund 13 000 Euro ins Haus flattern. „Auf diese Investitionen haben wir schon ein paar Jahre hingespart“, so die Chefin des Tierschutzvereines. Um sie parallel zu allen anderen Ausgaben finanzieren zu können, müsse der Verein Rücklagen auflösen. Diese habe er aufgrund von Erbschaften bilden können.

Möglichst noch in diesem Jahr will Rosi Pfumfel die Erneuerung des großen Katzenhauses zu Ende bringen. Innen sind 2016 die Wände und Fußböden neu gefliest worden. „In der Außenvoliere haben wir das nicht mehr geschafft. Doch die Erneuerung der Böden dort ist dringend nötig. Der alte Belag“, so erklärt sie, „ist kaum noch zu reinigen und zu desinfizieren.“

Im Jahr davor konnten alle Gebäude, die zum Heim gehören, an ein zentrales Heizsystem angeschlossen werden. Damit gingen alte Elektroheizungen außer Betrieb, die mehr Betriebskosten verschlungen haben, als das jetzt der Fall ist. „Finanzieren können wir das alles nur über Spenden oder Erbschaften“, legt Pfumfel offen. Mit regelmäßigen festen Einnahmen kann sie kaum rechnen. Nicht zuletzt deshalb unterstützt der Leisniger Verein eine Forderung des bundesdeutschen Tierschutzbundes (DA berichtete) nach auskömmlichen Umlagesätzen für diejenigen, die sich entlaufener und ausgesetzter Tiere annehmen.