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Tierschützer kriminalisieren Angler

Die Organisation Peta aus Geringswalde unterstellt den Hobby-Fischern, Mörder zu sein. Der Verein findet prominente Unterstützung.

© Mario Hoesel

Von Marion Gründler

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Geringswalde. Sein jüngstes Kinder- und Fischerfest am Altgeringswalder Staubecken hatte der Angelverein Geringswalde genutzt, um CDU-Politiker Marco Wanderwitz als Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesinnenminister eine Petition zu übergeben. Darin unterstützt der Geringswalder wie auch der Lunzenauer Angelverein einen Antrag der FDP-Bundestagfraktion, der zum Ziel hat, der Tierrechtsorganisation Peta die Gemeinnützigkeit abzuerkennen. „Denn es reicht uns allmählich“, sagte Vereinschef Detlef Arndt. Peta bezeichne Angler pauschal als Tierquäler und fordere ein generelles Angelverbot.

Auch beim Anglerverband Südsachsen (AVS) kennt man das Störfeuer. „Wir verzeichnen Fälle, in denen Angebote von Angel-Arbeitsgemeinschaften, die wir an Schulen offerierten, von Peta offen angefeindet wurden“, erklärte AVS-Geschäftsführer Mike Uhlemann. Natürlich sei es immer eine Frage, wie man mit Lebewesen umgehe. „Doch wir haben in Sachsen ein fundiertes Fischereigesetz wie auch eine tiefgründige Ausbildung, ehe ein Fischereischein ausgehändigt wird.“ Die Vorwürfe von Peta, die teilweise Züge von Hexenjagd trügen, könne er nicht nachvollziehen. Würden doch etwa Psychotherapeuten Angeln als probates Mittel gegen Burnout empfehlen.

Indes fühlt sich Peta im Recht. „Beim Angeln lernen Kinder, wie man friedliche Tiere in eine Falle lockt und sie tötet“, sagt Tanja Breining, Fachreferentin Fische und Meerestiere bei Peta. „Viele Kinder haben ein natürliches Mitgefühl mit Fischen und schrecken zurück, wenn es darum geht, die Tiere abzuhaken oder zu töten. Doch ihr berechtigtes Mitgefühl wird ihnen ausgeredet und sie lernen, ihre Empathie künftig zu unterdrücken.“ Zu dem FDP-Antrag, der militante Tierrechtler ins Visier nimmt, hat Breining ihre eigene Auffassung. „Der ist ein Beispiel dafür, wie sich die politischen Handlanger der Tierhaltungsindustrie zunehmend populistischer Mittel bedienen, um Tierschutzvereine zu kriminalisieren und einzuschüchtern.“

„Was Peta im Bereich der Angler an Kriminalisierung betreibt, ist unverantwortlich und sachlich falsch“, so Wanderwitz. „Dem trete ich politisch entgegen, indem ich darauf hinweise, dass die Vorwürfe von Peta absurd sind und die Angler verantwortungsvoll ein schönes Hobby ausüben.“ Er sei selbst Angler, komme nur viel zu selten dazu. „Die Geringswalder betreiben eine tolle Vereinsarbeit, vor allem mit Kindern und Jugendlichen. Das ist hoch anzuerkennen.“ (FP)