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Tillich schwört Sachsen auf neuen Flüchtlingsstrom ein

Im Exklusiv-Interview erläutert Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich die Pläne seiner Regierung - und wie sie umgesetzt werden sollen.

© Robert Michael

Annette Binninger und Thilo Alexe

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Dresden. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) bereitet das Bundesland auf eine stark steigende Zahl von Flüchtlingen vor. Bereits im August müsse Sachsen mit mehr als 5 000 neuen Asylbewerbern rechnen, sagte der Regierungschef der Sächsischen Zeitung. Er bezog sich auf Berechnungen der Landesdirektion Sachsen. Das hieße, dass täglich rund 200 Flüchtlinge ankommen. Das Bundesamt für Migration hat eine neue Prognose für die nächsten Tage angekündigt.

Tillich sagte: „Wir werden in den nächsten Monaten mit gleichbleibend hohen Flüchtlingszahlen rechnen müssen.“ Das Land wolle daher die Kapazität für die Erstaufnahme von Flüchtlingen erhöhen. Bis zur Kabinettssitzung am 25. August soll ein Konzept vorliegen, das auch Standorte für Unterkünfte enthält. Zahlen und mögliche Standorte nannte der Ministerpräsident noch nicht. Allerdings sollen die Flüchtlinge zunächst vorrangig in den drei Großstädten Sachsens untergebracht werden. Ab Herbst sollen alle Flüchtlingszelte in Sachsen durch feste Unterkünfte abgelöst werden, sagte Tillich. „Das Zeltlager ist und bleibt eine Notlösung.“

Tillich warb für eine ordentliche Aufnahme der Geflohenen: Es sei eine „zutiefst humanitäre Pflicht, Menschen vorurteilsfrei zu begegnen und sie auch so zu behandeln“. Zurückhaltend äußerte er sich zu den Forderungen der Polizeigewerkschaft sowie der sächsischen CDU-Landtagsfraktion nach Wiedereinführung von Kontrollen an den deutschen Grenzen. Zunächst einmal gelte es, die Außengrenzen der Europäischen Union zu sichern. Sollte dies nicht gelingen, sei eine Debatte über andere Maßnahmen angebracht.