merken
Sachsen

Tim Bendzko fehlen Zuschauer

Das groß angelegte Experiment droht zu scheitern. Liegt es an Corona - oder etwa doch am Sänger?

Wenige Zuschauer haben Lust auf ein kostenloses Tim-Bendzko-Konzert.
Wenige Zuschauer haben Lust auf ein kostenloses Tim-Bendzko-Konzert. © dpa

Leipzig. Es ist eines der größten Experimente zum künftigen Schutz vor Corona: Mediziner der Uni Halle organisieren am 22. August in der Leipziger Arena ein Konzert mit dem Ost-Berliner Popsänger und Songwriter Tim Bendzko, der mit dem Hit „Nur noch kurz die Welt retten“ berühmt wurde. Rund 4.000 Gäste, die sich freiwillig an dem Großversuch beteiligen wollen, werden gesucht. Derzeit sind noch etliche Plätze frei. 

Bis Dienstagnachmittag hatten sich auf der Internetseite https://restart19.de 1.600 Besucher registriert. Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) und die Initiative „Team Sport Sachsen“ von 22 Vereinen rufen dazu auf, sich an dem Forschungsprojekt zu beteiligen. 

Sachsenbessermachen.de
Wir geben Geschichten aus Sachsen eine Bühne.
Wir geben Geschichten aus Sachsen eine Bühne.

Hinsehen, Zuhören, Lösungen finden - gemeinsam. Sachsen besser machen!

„Durch die Teilnahme am Tim Bendzko-Konzert leisten alle Besucher einen wichtigen Beitrag für die Forschung, damit wir bald wieder gemeinsam Sport- und Musikevents erleben können“, sagt Klepsch. Der Freistaat beteiligt sich an den Kosten mit 410.000 Euro. 

Auch An- und Abreise wird simuliert

Das Forschungsprojekt will vor allem herausfinden, wie das Ansteckungsrisiko von Covid-19 bei Hallen-Großveranstaltungen in Sport und Kultur verringert werden kann. Gesucht werden ausschließlich gesunde Probanden zwischen 18 und 50 Jahren, die sich alle zuvor auf Corona testen lassen müssen. Die wissenschaftliche Studie findet am Samstag, dem 22. August, von 8 bis 18 Uhr statt. Während der Veranstaltung tragen alle Teilnehmer ein Abstands-Messegerät, um besondere Risikomomente feststellen zu können. Zudem bekommen alle Teilnehmer ein fluoreszierendes Händedesinfektionsmittel. So können Oberflächen, die besonders häufig berührt werden, identifiziert werden.

Im ersten Szenario wird eine Veranstaltung mit 4.000 Besuchern und einem Ablauf ebenso wie vor der Corona-Pandemie simuliert. Danach werden ebenfalls 4.000 Besucher eingelassen – aber nach einem optimierten Hygienekonzept und deutlichen größeren Abständen. Im dritten Szenario wird auf den Zuschauertribünen ein Abstand von 1,50 Meter eingehalten. Daran sind nur noch knapp 2.000 Probanden beteiligt. Während der einzelnen Szenarien wird Tim Bendzko ein Konzert geben, um das Zuschauerverhalten möglichst realitätsnah abzubilden. Auch die An- und Abreise mit der Straßenbahn wird simuliert. 

Weiterführende Artikel

So funktioniert ein Rummel mit Corona

So funktioniert ein Rummel mit Corona

Jahrmärkte fallen in Corona-Zeiten aus. Wie man trotzdem Autoscooter fahren kann? Ein Besuch auf dem ersten Rummel des Jahres in Dresden.

Es werden nur Probanden zugelassen, die in den vorangegangenen 48 Stunden keine Covid-19-Symptome und keinen Kontakt zu einer infizierten Personen hatten und die sich nicht in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Die Teilnahme und das Konzert sind kostenlos, auch ein kleiner Imbiss und Getränke stehen bereit. Es werden aber auch keine Kosten erstattet und Aufwandsentschädigungen gezahlt. Anmeldeschluss ist Donnerstag, der 13. August. (svh)

Mehr zum Thema Sachsen