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Sport

Sein Kampf gegen den Blutkrebs

Tim Lobinger war erfolgreich als Stabhochspringer und Athletik-Trainer bei RB Leipzig. Nun setzt er sich andere Ziele.

Er lebt seit März 2017 mit der Krankheit: Tim Lobinger.
Er lebt seit März 2017 mit der Krankheit: Tim Lobinger. © imago stock&people

Von Hannes Nebelung

Köln. Schon während seiner aktiven Karriere war er kaum zu bändigen. Tim Lobinger eckte abseits seiner sportlichen Leistungen mit exzentrischen Jubelposen und expliziten Aussagen an. Und auch jetzt, gut drei Jahre nach der Blutkrebs-Diagnose, lässt er sich nicht unterkriegen: Der ehemalige Stabhochspringer nimmt den ständigen Kampf mit der Krankheit an.

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„Wenn du einmal an Leukämie erkrankt bist, dann hast du diese Krankheit dein Leben lang“, sagt er. „Gesund gibt es für mich nicht mehr.“ Es gehe nun darum, „das Leben möglichst lange zu strecken“. Der 47-Jährige müsse „in kleineren Zyklen denken. Das merke ich bei jeder Untersuchung, die ich alle zwei bis vier Wochen habe.“ Nach der erschütternden Botschaft der Ärzte am 3. März 2017 habe er schnell versucht, „sich auf die Situation einzustellen und zu sagen: ‚Okay, ich stehe mit dem Rücken zur Wand. Jetzt muss ich funktionieren und kämpfen.‘“ Fünf Chemotherapien und eine Stammzellentransplantation nährten die Hoffnung auf Heilung. Doch im Frühjahr 2018 kehrte der Blutkrebs in „leicht mutierter Form“ zurück.

In der Öffentlichkeit wurde zu dieser Zeit eine Überlebensrate von etwa 30 Prozent verbreitet. „Es gab auch Ärzte, die von einem Drittel von einem Drittel sprachen. 30 Prozent waren sehr positiv ausgedrückt“, sagt Lobinger über seine schwerste Zeit, die von langen Isolationszeiten, täglichen Bluttransfusionen und wenig Kontakt zu Freunden und Familie geprägt war. „Ich war in dieser Zeit Beifahrer in meinem eigenen Leben. So hat es sich angefühlt.“

Er schöpft viel Kraft aus seiner Arbeit mit Joshua Kimmich

Viel Kraft schöpft der einstige Hallenwelt- und -europameister aus seiner Arbeit als Athletiktrainer: „Wieder so nahe am Leistungssport zu sein und mit Jungs wie Joshua Kimmich und anderen zusammenzuarbeiten – das ist eine Art kontinuierlicher Traum für mich, den ich mir erfülle.“ Von 2012 bis 2016 arbeitete Lobinger als Athletikcoach bei RB Leipzig. Dort lernte er Kimmich kennen. Als der Fußballer bei ihm im Krankenhaus war, „hat er das Gefühl gehabt, ich helfe ihm mehr als er mir. Aber er hat mir natürlich sehr geholfen.“

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Lobinger hat weiter klare Ziele vor Augen: „Ich habe gerade erst meinem Sohn das Fahrradfahren beigebracht. 2021 kommt er in die Schule. Da will ich dabei sein und auch, wenn er auf die weiterführende Schule geht. Ich möchte möglichst lange Teil einer tollen Familie sein.“ (sid)

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