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Tim Lochner will Pirnaer OB werden

Jetzt also doch: Der Tischler möchte bei der Wahl im Januar antreten. Vorher muss er aber noch eine Hürde nehmen.

© D. Förster

Von Christian Eissner

Pirna. Im SZ-Interview hatte er Ende Oktober eine Kandidatur zur Oberbürgermeisterwahl noch kategorisch ausgeschlossen. Jetzt vollführt der Jessener Tischlermeister Tim Lochner die Kehrtwende: Am Sonntagabend kündigte der 46-Jährige an, nun doch zur Wahl am 15. Januar antreten zu wollen – als unabhängiger Kandidat. Tim Lochner sitzt für die Fraktion „MIT – Ihre Nachbarn für Pirna“ im Stadtrat und war am 26. Oktober aus der CDU ausgetreten. Er habe den Glauben an die Politik der CDU auf kommunaler Ebene verloren, begründete er damals. Der Zuspruch für diesen Schritt habe ihn völlig überrascht, sagte Lochner am Montag der SZ. „Darunter waren auch sehr viele Stimmen aus Pirna, die ihre Verzweiflung über die derzeitige Kandidatenlage zur Oberbürgermeisterwahl zum Ausdruck brachten“, so Lochner. „Da kommt man schon ins Nachdenken.“ Deshalb habe er sich nun doch entschlossen, zu kandidieren.

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Bisher gibt es zwei Bewerber für die Oberbürgermeisterwahl. Amtsinhaber Klaus-Peter Hanke (parteilos) hat angekündigt, für eine zweite Amtszeit anzutreten. Zudem hat der CDU-Stadtverband eine Kandidatin nominiert: die Pirnaer Unternehmerin Ina Hütter. Bevor Tim Lochner nun als dritter Kandidat ins Rennen gehen kann, muss er genügend Pirnaer finden, die seine Bewerbung unterstützen. Da er nicht für eine Partei oder eingetragene Wählervereinigung antritt, muss er Unterstützer-Unterschriften sammeln. Mindestens 100 benötigt er. Laut Lochner liegen die Unterschriftenlisten ab dem heutigen Dienstag im Rathaus aus. Nur wahlberechtigte Pirnaer können unterschreiben, sie müssen dazu ihren Personalausweis vorlegen.

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Tim Lochner bezeichnet sich selbst als konservativ. Er gehörte zum politisch rechten Flügel der CDU und kritisierte unter anderem die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung immer wieder scharf. Zum Bruch mit dem CDU-Stadtverband kam es, als der Ortsvorstand Ina Hütter als Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl vorschlug. Das, so Lochner, sei ohne Rücksprache mit der Basis geschehen. Der Ortsvorstand weist die Vorwürfe zurück und betont, die Nominierung sei transparent und demokratisch verlaufen. Den Parteiaustritt Lochners bezeichnete CDU-Ortschef Oliver Wehner als konsequent. Lochner habe sich weit von den demokratischen Werten der Partei entfernt.