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Tina Punzel überraschend Europameisterin

Damit war wirklich nicht zu rechnen. Die 17-jährige Dresdnerin bezwang bei ihrer ersten Wassersprung-EM überraschend die große Favoritin und holte Gold vom Drei-Meter-Brett.

© dpa

Rostock. Nachdem das Überraschungsgold sicher und die große Favoritin geschlagen war, vergoss Tina Punzel in den Armen ihres Freundes ein paar Freudentränchen. Als dann zum ersten Mal überhaupt die deutsche Hymne für die 17 Jahre alte Wassersprung- Europameisterin erklang, war die Schülerin ähnlich cool wie bei ihrem Wettkampf vom Drei-Meter-Brett. „Ich habe einfach Spaß gehabt und versucht, mich nicht ablenken zu lassen“, sagte Punzel. Die Dresdenerin holte am Samstag bei der Heim-EM in Rostock den ersten deutschen Sieg. „Traumhaft, ich freue mich riesig“, sagte Christa Thiel, die Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes.

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Erstaunliche Nervenstärke: Tina Punzel bei einem ihrer Finalsprünge.
Erstaunliche Nervenstärke: Tina Punzel bei einem ihrer Finalsprünge. © dpa
Die Schülerin hatte zuvor bei ihrem EM-Debüt mit Sascha Klein Team-Silber geholt.
Die Schülerin hatte zuvor bei ihrem EM-Debüt mit Sascha Klein Team-Silber geholt. © dpa
Freund Oliver Homuth freut sich mit Tina Punzel.
Freund Oliver Homuth freut sich mit Tina Punzel. © dpa

Punzel holte gleich bei ihrem EM-Debüt ihren ersten großen Titel. „Damit hätte ich nie gerechnet. Ich habe noch nie bei irgendeiner internationalen Meisterschaft ganz oben gestanden, auch in der Jugend nie“, sagte sie. Um 4,85 Zähler lag Punzel vor Favoritin Tania Cagnotto aus Italien. Bronze ging an die Russin Nadeschda Baschina. Punzel war als Vorkampf-Siebte ins Finale gegangen und holte nun den ersten deutschen Europameister-Titel vom Drei-Meter-Brett seit dem Sieg der Leipzigerin Brita Baldus vor 20 Jahren.

Die Schülerin hatte zuvor bei ihrem EM-Debüt mit Sascha Klein Team-Silber geholt. Nun gewann sie die insgesamt achte DSV-Medaille dieser EM. Punzel lag von Beginn an auf Medaillenkurs und bewies erneut ihre erstaunliche Nervenstärke. Nach dem vierten von fünf Sprüngen übernahm sie die Führung, Cagnotto konnte nicht mehr kontern.

Zuschauen schlimmer als springen

„Ein Sprung nach dem anderen hat geklappt. Ich habe versucht alles auszuschalten und mich von nichts ablenken zu lassen“, erklärte Punzel. Für ihren Freund Oliver Homuth, EM-Dritter vom Ein-Meter-Brett, war „zuschauen schlimmer als springen. Ich war nervöser als sie. Ich freue mich, dass sie das umsetzen konnte, was sie im Training zeigt.“

Bei drei noch ausstehenden Wettbewerben in der Neptunschwimmhalle haben die deutschen Springer nun schon mehr EM-Medaillen gewonnen als im Vorjahr. Bislang gab es einmal Gold, dreimal Silber und viermal Bronze. Das Synchron-Paar Patrick Hausding/Sascha Klein hat am Nachmittag (17.05 Uhr/ZDF) Gold-Chancen vom Turm.

Dass Wasserspringen auch vom Drei-Meter-Brett schmerzhaft sein kann, zeigte der missglückte Sprung der Niederländerin Inge Jansen. Sie rutschte beim Anlauf ab, die Flugbahn ihres zweieinhalbfachen Auerbachsaltos veränderte sich und Jansen knallte mit dem Rücken auf das Wasser. Erst nach etwa einer halben Minute konnte sie aus dem Becken steigen, sie setzte aber den Wettkampf fort. Die 16-jährige Friederike Freyer (Leipzig) war als 21. im Vorkampf gescheitert. (dpa)