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Tischler sind keine Holzköpfe

Eine Ausbildung verlangt mehr, als nur die Säge durch Holz gleiten zu lassen: Das Tischlerhandwerk ist abwechslungsreich.

Wo gehobelt wird, da fallen Späne...
Wo gehobelt wird, da fallen Späne... © Foto: pixabay.com

Holzmöbel hat jeder. Ob aus der industriellen Massenproduktion oder individuell angefertigt – ein Tischler steckt dahinter. Aber nicht nur Stühle, Tische oder Bänke stellt ein Tischler her, seine Aufgaben sind vielfältig und gehen über die Holzbearbeitung hinaus. Dabei muss er jedoch immer kräftig anpacken und arbeitet meist im Stehen. Und es wird auch mal dreckig am Arbeitsplatz.

Bis zum letzten Schliff

Als Tischler ist die Arbeit mit Holz nicht alles. Er muss auch freundlich mit Menschen umgehen können. Denn bevor ein Werkstück entsteht, findet zunächst ein Gespräch mit einem Kunden statt. So beginnt das Holzprojekt. Daneben benötigt ein Tischler Mathe-Kenntnisse, um die Maße eines Projektes genau zu berechnen, damit es nicht krumm und schief wird. Erst danach packt der Tischler seine Geräte aus, um das Holz wunschgerecht zu bearbeiten. Neben feiner Handarbeit bedient ein Tischler auch Maschinen fürs Grobe. Diese sind zum Teil computergesteuert, um seine Arbeit zu erleichtern. Danach veredelt er noch die Oberflächen – durch Schleifen zum Beispiel.

Neben der Herstellung von Holzmöbeln in der Werkstatt sind die Einsatzorte eines Tischlers sehr abwechslungsreich. So gibt es zum Beispiel auch Arbeit auf der Baustelle, um Fenster, Treppen und Türen einzusetzen. Bei Messe- und Ladeneinrichtungen wird ein Tischler ebenso gebraucht. Auch Parkettböden verlegt er. Daneben repariert ein Tischler beschädigtes Mobiliar oder erstellt Musterstücke für eine mehrmalige Fertigung nach Maß.

Bunte Berufsperspektiven

Drei Jahre dauert die duale Ausbildung als Tischler. Neben der theoretischen Ausbildung an einer Berufsschule wird es in einem Betrieb praktisch. Erste Möbel entstehen, Grundlagen werden gefestigt, bis nach dem dritten Ausbildungsjahr die Gesellenprüfung ansteht. Wer danach nicht sofort im Betrieb arbeiten möchte, dem stehen zahlreiche Möglichkeiten der Weiterbildung zur Verfügung: ein Studium der Holztechnik, die Meisterprüfung, die Weiterbildung als Restaurator oder als Kundenberater im Tischlerbetrieb. Jeder Holzinteressierte kann also mit einer Ausbildung als Tischler glücklich werden und sich je nach seinen Interessen individuell verwirklichen.

Von Martin Skurt