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Tobias Müller wechselt zum HFC

Mit Tobias Müller wechselt erneut ein Dresdner zum Halleschen FC. Der hat gute Erfahrungen mit Ex-Dynamos.

© Robert Michael

Daniel Klein

Halle. An seiner Leistung beim jüngsten Duell kann es nicht gelegen haben. Tobias Müller gehörte zu den Schwächsten einer ohnehin schwachen Dynamo-Mannschaft, die dem Halleschen FC 2:3 unterlag. Dennoch verpflichtete der HFC den 21-Jährigen ab der neuen Saison, gab ihm gestern einen bis 2017 gültigen Vertrag, der auch für die 2. Bundesliga gilt.

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Dresdner SC verpflichtet Libera Lenka Dürr

Mit der Verpflichtung der erfahrenen Libera Lenka Dürr ist dem Dresdner SC ein wahrer Königstransfer gelungen. 

„Ich möchte regelmäßig spielen, damit ich wieder dahin komme, wo ich schon einmal war“, begründet Müller den Schritt. Bei den Schwarz-Gelben hat er die Hoffnung auf regelmäßige Einsätze offenbar verloren. Was auch daran liegen könnte, dass ihm der Drittligist bisher weder ein Angebot für eine Verlängerung des am Saisonende auslaufenden Vertrages gemacht, noch mit ihm über seine Zukunft gesprochen hat. Und ihm damit nicht das Gefühl gab, dass er bleiben soll. „Da ist es legitim, sich woanders umzuhören“, findet er.

Müller galt vor dieser Saison als ein Hoffnungsträger, blieb als einer von lediglich sechs aus dem Abstiegskader, wurde in den Mannschaftsrat gewählt. In der Vorbereitung riss er sich jedoch das Syndesmoseband, die halbe Hinrunde war gelaufen. In der Winterpause wiederholte sich das Dilemma, diesmal war eine hartnäckige Kniereizung schuld. Nach der Genesung fand er seinen Platz auf der Reservebank. Die vergangenen drei Spiele stand er überraschend in der Startelf, überzeugen konnte er jedoch nicht. „Meine Leistungen waren sicher ausbaufähig, aber es ist auch schwer, ohne Spielpraxis sofort den Rhythmus zu finden“, erklärt er. „Das vergangene Jahr war nicht einfach für mich.“ Trainer Peter Nemeth wollte den Weggang nicht kommentieren: „Es war seine Entscheidung. Mehr gibt es nicht zu sagen.“

Dabei begann die schwarz-gelbe Profikarriere des beim SC Borea ausgebildeten Offensivspielers so verheißungsvoll. Bei seinem zweiten von insgesamt 25 Zweitliga-Einsätzen erzielte er im Februar 2013 gegen Sandhausen unmittelbar nach seiner Einwechslung einen Doppelpack. Es war nicht nur ein Einstand nach Maß, sondern auch eine Art Versprechen auf eine große Zukunft. Die erfüllte sich nicht, zumindest nicht bei Dynamo. „Wir sind überzeugt, dass wir ihn in unserem Umfeld wieder an dieses Leistungsniveau heranführen können“, begründete HFC-Manager Ralph Kühne gestern die Verpflichtung.

Dies ist durchaus keine kühne Prognose, Halle ist seit dem Amtsantritt von Trainer Sven Köhler vor mehr als sieben Jahren quasi zu einer Filiale für ausgemusterte, unterschätzte oder in Ungnade gefallene Dynamo-Spieler geworden. Darko Horvat, Thomas Neubert, Pavel David und Maik Wagefeld machten den Anfang. Aktuell stehen beim HFC die Ex-Dresdner Daniel Ziebig, Sascha Pfeffer, Tony Schmidt und Marcel Franke unter Vertrag.

Franke und Toni Leistner, der inzwischen bei Union Berlin spielt, sind die akutesten Fälle einer missglückten schwarz-gelben Transferpolitik. Innenverteidiger Franke war 15 Jahre bei Dynamo und eines der seltenen Eigengewächse, 2013 musterte ihn Peter Pacult aus. Beim HFC wurde er Stammspieler, gegen Dresden köpfte er vor anderthalb Wochen ein Tor. Nun ist er ein Kandidat für eine Rückholaktion.

Müller hofft auf eine ähnliche Entwicklung. Beim HFC beerbt er den von Zweitligisten umworbenen Freistoßspezialisten Akaki Gogia. Der verkündete – ebenfalls gestern – seinen Abschied. Zufälle gibt‘s.

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