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Tod nahe der Heimatstadt

Der Historiker Christoph Hanzig beleuchtet die Verbrechen in Pirna-Sonnenstein. Dabei geht es auch um Sebnitzer Schicksale.

© Symbolbild/Frank Baldauf

Sebnitz. 14751 Menschen starben während der Zeit des Nationalsozialismus allein in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein. Sie alle und noch viele mehr wurden Opfer der sogenannten Euthanasie im Dritten Reich. Dabei wurden psychisch Kranke oder Menschen mit Behinderung, die als „unnütz“ und „lebensunwert“ angesehen wurden, aus der Gesellschaft ausgegrenzt und sogar getötet. Auch Sebnitzer Bürger fanden einen grausamen Tod ganz in der Nähe ihrer Heimatstadt.

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Das Sebnitzer Heimatmuseum widmet sich jetzt mit einem Vortrag diesem Thema. Eingeladen ist dazu am Donnerstagabend der Historiker Christoph Hanzig. In seinem Vortrag wird er die Hintergründe dieser Massenverbrechen verdeutlichen und einigen Sebnitzer Opfern wieder ein Gesicht geben. Grundlage hierfür sind vor allem Daten, die im Rahmen des Gedenkbuchprojektes für die Opfer der NS-Euthanasie der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein und für die Gedenkstätte Großschweidnitz erstmals erfasst wurden. Das Buch soll diejenigen Euthanasie-Opfer verzeichnen, die aus Sachsen stammten oder in Sachsen getötet wurden und in würdiger Form an alle betroffenen Frauen, Männer und Kinder erinnern. Außerdem hat der Historiker für seinen Vortrag neu entdeckte Unterlagen aus dem Archiv der Städtischen Sammlungen Sebnitz ausgewertet und die Ergebnisse in seine Ausführungen einbezogen. (SZ)

Vortrag „Euthanasie in der NS-Zeit“ am Donnerstag, dem 8. September im Kunstblumen- und Heimatmuseum Prof. Alfred Meiche, Hertigswalder Str. 12 in Sebnitz. Beginn um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.