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Töberich wartet auf Entscheidung der Landesdirektion

Die Marina-Garden-Investorin Regine Töberich fühlt sich enteignet. Das abgespeckte Projekt decke ihre Kosten nicht. Der Radweg ist weiter in Gefahr.

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© Sven Ellger

Das schöne Sonntagswetter nutzten viele Radfahrer für eine Tour. Mit bangen Blicken wurde deshalb auf das Teilstück des Elberadweges zwischen City Beach und Puschkinplatz geschaut: Haben dort Bagger bereits das 59 Meter lange Stück weggebaggert, das Regine Töberich gehört? Die Investorin des umstrittenen Marina-Garden-Bauprojektes hatte immer wieder angekündigt, den Radweg zu sperren, falls sie mit ihren Plänen nicht durchkommt. Doch am Wochenende blieben die Bagger noch untätig. Obwohl die rot-rot-grüne Stadtratsmehrheit Töberichs Projekt gestoppt hat.

Töberich will jetzt die Entscheidung der Landesdirektion abwarten, bevor sie weitere Schritte ergreift. „Ich habe immer noch keine Baugenehmigung von der Stadt, obwohl ich meinen zweiten Entwurf genau nach den Anforderungen des Stadtplanungsamtes erstellt habe“, sagt die Investorin. Als sie den Leiter des Amtes, Stefan Szuggat darauf ansprach, habe der nur mit den Schultern gezuckt. „Nach den neuen Vorgaben darf ich nur ein Drittel des Areals bebauen. Und das an der lauten Leipziger Straße. Das ist unwirtschaftlich“, sagt die Architektin. Zudem müsse sie ein Drittel für die Soziokultur zur Verfügung stellen. „Das kommt mir vor wie im Sozialismus.“

Das Grundstück sei der Stadt im Vorjahr angeboten worden, weil sie Vorkaufsrecht hatte. „Dann hätte sie es doch genutzt und für die Soziokultur gebaut“, so Töberich. Sie fühle sich ohnmächtig angesichts des Panzers, den sowohl die Verwaltung als auch die Stadtratsmehrheit ihr gegenüber aufgebaut hätten.

Von der Landesdirektion erhofft sich Töberich Unterstützung, denn diese hätte die Stadt bereits gerügt, dass die Bauvoranfrage noch nicht entschieden ist. Die Frist sei längst überschritten, sagt die Investorin. Bis zu einer Entscheidung der Aufsichtsbehörde will Töberich in Bezug auf den Elberadweg noch nichts unternehmen. „Das Wegbaggern wäre die allerletzte Konsequenz. Ich hoffe, dass wir eine Lösung finden, die alle zufriedenstellt“, so die Architektin. Sie will 240 Wohnungen an der Leipziger Straße errichten. Kürzlich wurden Künstler des Vereins Freiraum Elbtal vom Areal zwangsgeräumt. (SZ/kh)

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