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Bautzen

Tötung: Beschuldigter muss in Psychiatrie

Der Mann, der im November in Bautzen seine Freundin erstochen hat, war laut den Richtern bei der Tat schuldunfähig. Auch ein Mord soll es nicht gewesen sein.

© dpa

Görlitz/Bautzen. Der Mann, der im November in einer Wohnung auf der Bautzener Karl-Marx-Straße seine Freundin erstochen hat, bleibt in der Psychiatrie. Das haben am Montag die Richter am Landgericht Görlitz entschlossen und sich damit der Einschätzung einer psychiatrischen Gutachterin angeschlossen. Der Mann sei bei der Tat schuldunfähig gewesen. Bei der rechtlichen Bewertung der Tat orientierten sich die Richter an der Forderung der Verteidigung: Der Beschuldigte habe mit der Tat einen Totschlag begangen, keinen Mord.

Der Tathergang könne nicht restlos aufgeklärt werden. Es sei dem Mann aber nicht nachzuweisen, dass er heimtückisch gehandelt habe. Denn das würde voraussetzen, dass der Mann ausgenutzt hätte, dass das Opfer arg- und wehrlos gewesen sei. Diese Zurechnungsfähigkeit können die Richter in der Tat aber nicht erkennen, da der Beschuldigte dabei laut der Gutachterin unter einer akuten Psychose gelitten haben soll. „Er wusste nicht, dass er seine Freundin tötete“, begründete der Vorsitzende Richter Theo Dahm.

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Der Aufenthalt in der Psychiatrie gilt unbefristet, er richtet sich nach dem Verlauf der Erkrankung. Die psychiatrische Gutachterin, die den Zustand des Beschuldigten bewerten sollte, hatte den Mann an dem vorherigen Prozesstag als gefährlich eingeschätzt. „Der Beschuldigte wird nur entlassen, wenn sicher ist, dass er nicht mehr gefährlich ist“, stellte Richter Theo Dahm am Montag dar.

Das Entschluss ist noch nicht rechtskräftig. (SZ)

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