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Tolkwitzer Gartenbahner sucht Nachfolger

Nach 25 Jahren gibt Berndt Neubert sein Hobby schweren Herzens auf. Seine Zuglandschaft könnte jedoch überdauern.

© Steffen Füssel

Von Nadja Laske

Das Wetter wäre perfekt. Unter blauem Himmel könnte Berndt Neubert seine Gartenbahn fahren lassen. Fans, die herbeikämen, um das Miniaturspektakel zu erleben, gäbe es genug. Schließlich haben sich allein zum 20-jährigen Jubiläum der „Tolkewitzer Eisenbahngesellschaft“ rund 250 Besucher in seinem Garten gedrängt. Doch das Grundstück am Kipsdorfer Weg 1 liegt brach. Die selbst ernannte Gesellschaft hat ihren Betrieb eingestellt und ihr geschäftsführender Lokführer nimmt Abschied vom Schienenverkehr.

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Aus gesundheitlichen Gründen werden der 76-Jährige und seine Lebenspartnerin ihr Haus aufgeben und in eine Wohnung ziehen. Die soll zwar möglichst einen Balkon haben, aber ohne Garten keine Gartenbahn. Deshalb verkauft Berndt Neubert seine Loks und Wagen, Häuser und Schienen, die einst zu der Eisenbahnlandschaft, die so viele Menschen faszinierte, gehört haben. Fast alle Gebäude hat der Eisenbahnfan selbstgebaut, detailverliebt und einfallsreich. Sogar eine Kirche mit tickender Turmuhr gehört dazu. Kein Wunder, dass Berndt Neubert seine Kleinodien in dankbare Hände geben möchte. Für ihn endet eine Ära, von der er nur mit schwerem Herzen lässt. Schließlich geht seine Liebe zur Schiene auf seine Kindheit zurück: Neuberts Großvater war Straßenbahnfahrer und ließ ihn im Führerstand mitfahren.

Am Sonntag, den 15. April, lädt der scheidende Tolkewitzer Eisenbahngesellschaftschef zum Räumungsverkauf ein. In der Zeit von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr können Interessenten den restlichen Bestand sichten und kaufen. (SZ/nl)