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Tomi Ungerer

Er ist brillant und böse, fantasievoll und frivol, gnadenlos und genial. Mit scharfem analytischen Blick beobachtet der französische Karikaturist und Kinderbuchautor seine Mitbürger und die Welt drumherum.

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Er ist brillant und böse, fantasievoll und frivol, gnadenlos und genial. Mit scharfem analytischen Blick beobachtet der französische Karikaturist und Kinderbuchautor seine Mitbürger und die Welt drumherum. Für ihre oft befremdlichen Widersprüchlichkeiten hat er einen besonderen Nerv. Denn damit ist er aufgewachsen.

Tomi Ungerer wurde am 28. November 1931 in Straßburg geboren und erfuhr ein Nazi-Leben in der Schule und ein Anti-Nazi-Leben zu Hause. „Meine Wurzeln sind im Elsass“, sagt er. „Meine Baumkrone ist in Irland.“ Dort lebt er mit seiner Familie auf einer Farm, nach einem längeren Zwischenspiel in Amerika. In New York begann seine Karriere. Er schrieb die Tageskarte eines italienischen Restaurants und bekam dafür täglich einen Teller Spaghetti. Karikaturen für namhafte Zeitungen folgten.

Inzwischen umfasst sein Werk mehr als 150 Bücher, etwa 40000Zeichnungen, rund 300 Plakate. Souverän handhabt er sämtliche Techniken. Allein die bezaubernden Bilder für das Volksliederbuch sorgen für anhaltenden Ruhm.

Diese Bilder sind nicht nur nett bunt – sie sind auch unumstritten. Das lässt sich nicht von jeder Zeichnung des sinnenfrohen Künstlers sagen. Gelegentlich handelt er sich den Vorwurf des Sexismus ein. „Reine Satire“, sagt er. Die erotische Provokation bleibt sein Markenzeichen. Straßburg richtet ihm nun eine Villa als Museum ein. (SZ/kgr)