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Feuilleton

Toni Morrison mit 88 Jahren gestorben

Das "Gewissen Amerikas" ist verstummt: Literaturnobelpreisträgerin Morrison widmete ihr Leben dem Schreiben gegen Rassismus in den USA.

Morrison auf einem Archivfoto aus dem Jahr 2010 © dpa/EPA FILE/Ian Langsdon

New York. Die Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison ist tot. Morrison, die als eine der wichtigsten afroamerikanischen Schriftstellerinnen gilt, starb am Montagabend im Alter von 88 Jahren, wie ihr Sprecher Paul Bogaards der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag bestätigte.

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Morrison wurde mit ihren Werken, in denen sie den Rassismus in den USA anklagte, zum "Gewissen Amerikas", ihre Werke verkauften sich millionenfach. Die wortgewaltige Autorin kämpfte schon länger mit gesundheitlichen Problemen und saß im Rollstuhl.

Den Beginn ihrer literarischen Karriere markierte 1970 "Sehr blaue Augen", ein Buch, in dem sie beschrieb, was es hieß, als Schwarze aufzuwachsen. "Sehr blaue Augen" wurde ein gefeierter Erfolg. Es folgten weitere Erfolgsromane wie "Sula", "Solomons Lied", "Teerbaby", der Sklavenroman "Menschenkind", "Jazz" und das 500-Seiten-Werk "Paradies". 

1993 erhielt Morrison den Literaturnobelpreis. 2017 erschien ihr Roman "Gott, hilf dem Kind" auf Deutsch, 2018 ihre Essays "Die Herkunft der anderen: Über Rasse, Rassismus und Literatur".

Nebenbei lehrte die 1931 in der Kleinstadt Lorain im US-Bundesstaat Ohio als Chloe Wofford geborene Autorin jahrelang an der Eliteuniversität Princeton kreatives Schreiben. 2010 starb einer ihrer beiden Söhne an Krebs, ein Schicksalsschlag, mit dem Morrison lange kämpfte. (dpa)

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